14. März 2011

Cervélo R5 VWD im Test der Roadbike

Na, da staune ich nicht schlecht, als die Roadbike den großen Test der "besten Rennräder 2012" ankündigt. Im Feld das von mir so hoch verehrte R5 VWD. Nachdem in den letzten Jahren die kanadische Marke quasi nicht beachtet worden war, scheinen Roadbike und das Canyon-dominierte Tour-Magazin nun doch Cervélo mehr und mehr wahrzunehmen.

Eine gute Entwicklung.
Wirklich?


Okay, dass das Cannondale Supersix evo anscheinend ein wirklich gelungener Wurf ist, wussten wir schon seit längerem. Peter Denk hat da anscheinend nicht nur ein sehr, sehr schönes Rennrad in fast schon als Retrostyle zu bezeichnendem, völlig slopingfreien Design konzipiert, sondern auch eine extrem steife und leichte Rennmaschine.

Aber dass das Cervélo R5 VWD - und immerhin sprechen wir hier über den Serienbruder des handgefertigten Edelrenners R5ca - den schlechtesten Wert bei den Lenkkopfsteifigkeiten haben soll ...?

Das Top-Frame (preislich liegen wir hier bei bei 4.400 € für Rahmen/Gabel-Set) der 2012er-Edition soll einen "spürbar weichen" Lenkkopf haben.


In englischen oder amerikanischen Radsport-Magazinen und -Websites werden wir deutschen oft wegen der allzu mathematischen Tests belächelt. "They calculate rather than review." steht da zu lesen. Das lasse ich mal so stehen.

Wenn ich mal mein 2010er Cervélo R3 reviewen darf: Ich finde, das ist ein bretthartes, im Heck dann doch komfortables, direktes, wendiges, sauleichtes und spritziges Bike.
Noch nie habe ich - auch nicht bei 95,7 km/h in den Kurven der Fuchsröhre auf der Nordschleife - irgendetwas schwammiges oder auch nur halbwegs wackeliges im Rahmen gespürt.

Also: Warum hat Cervélo dem Top-of-the-Line Bike R5VWD einen "spürbar weichen" Lenkkopf verpasst, wenn in meinem 2 Jahre alten R3 doch so ein megasteifes Teil steckt? Verstehe ich nicht. Tsss, diese Kanadier ...

Ach und - wo sind die Canyons im Test der besten Rennräder 2012? Dabei haben die Koblenzer doch auch in dieser Ausgabe eine ganze Seite Anzeige geschaltet.


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Kommentare:

  1. Hallo Cervelover,

    ich fahre schon jahren ein Scott CR1 und kann sagen das `sie` eigentlich schon ein weiches lenkkopf hat, vorallem in vergleich mit die neue räder der letzte 2 jahren. Aber ich spüre immer wieder ein grosses unterschied wenn ich mein DuraAce C50 clincher rein hänge. Ich habe noch kein 95 in die stunde geschaft aber 84 in die Alpen und bei 75 noch mit ein arm am lenker(zum essen/trinken) war gar kein problem...
    ich frage mich eigentlich was sind so die mindest werte für einrahmen beim stabilität, steifigkeit und komfort für ein person von 82kg?

    ich finde es schon gut die rahmen so technisch zu benaderen aber vielleicht ist es auch mal gut dabei mehr info über das fahrgefühl/verhalten ein rad zu beschreiben...

    Canyon wollte vielleicht nicht wieder mal die beste werden ;-)

    gr.Bjorn

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  2. moin björn,

    danke für deinen comment.

    generell denke ich, dass die tests in den fachzeitschriften nur einen kleinen teil dessen abdecken, was ein rad ausmacht.

    am ende ist es sowieso immer der käufer, der auf einer probefahrt feststellen muss, ob das rad angenehm ist, oder nicht. ob es zu ihm passt, oder nicht.

    wie gesagt: es gibt eine nicht kleine fraktion von leuten, die die lenkkopfsteifigkeit eines rennrades eher ein nicht zu stark WOLLEN - hauptsache im tretlager steif.

    das R5 VWD gilt als eines der besten rennräder der welt und ich bin mir sicher, dass man damit eine gute wahl trifft.

    dass du die laufräder ansprichst stimmt natürlich: da die im test das laufrad mittesten und selten richtig gute laufradsätze montiert werden, verfälscht das unter umständen das testergebnis.

    viele grüße,
    lars

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  3. Hallo Lars,

    ' wie gesagt: es gibt eine nicht kleine fraktion von leuten, die die lenkkopfsteifigkeit eines rennrades eher ein nicht zu stark WOLLEN '

    solange ein steifes lenkkopfsteifigkeit nicht in wege stehst von das komfort warum sollte ich ein weicheres WOLLEN???

    so welches vorteil kan ein weicheren lenkkopf geben?

    freundlichem grüss, Bjorn

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  4. Denk' mal drüber nach:

    Cervelo hat letztes Jahr unter Aufbietung eines großen Tamtam die neuen R3/R5-Modelle vorgestellt.
    Mit Inovationen die keine waren (Taper-Steuerrohr, integriertes Innenlager mit fraglichem BBR-Standard)

    Einziges Kaufargument: Die Dinger waren noch immer wirklich leicht und steif, das hat Cervelo im RR-Sektor ja auch groß gemacht.

    Das R5 wog um die 850g, das R5 CA um die 700g.

    Jetzt hat Cannondale (durch Messungen bestätigt) mit Denk's SuperSix Evo das R5 pulverisiert und bietet für 3.500 Euro einen Rahmen, welcher dem 8.500er R5 CA de facto das Wasser reichen kann.
    (Von der um Welten besseren Hollowgram und dem damit überlegenen Gesamtsystem reden wir hier gar nicht)

    Cervelo MUSSTE reagieren. Und zwar schnell.
    Und was kam dabei heraus? Das R5 VWD.

    Der Versuch, annähernd das Gewicht des R5 CA für den halben Preis zu realisieren.

    Dass sie damit überreizt haben und deutlich Lenkkopf-Steifigkeit verloren ging - ist das wirklich verwunderlich?

    Peter Denk ist der zur Zeit wahrscheinlich beste Carbon-Rahmendesigner weltweit. CR1, Addict, Flash - und jetzt SuSi Evo.

    Mit Mega-Aufwand kann Criterion Composites ein vergleichbares System in Kleinserie bauen (R5 CA). In der Großserienfertigung schafft Cervelo das offensichtlich (noch?) nicht.

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  5. hi anonymer,

    danke für deinen comment erstmal.

    also. das SuSiEvo. wo fange ich an? unbestritten ist, dass peter denk ein genie ist und das supersix eines der leichtesten rennräder auf dem markt - neben anderen.

    wenn du ein bisschen in den einschlägigen foren herumliest (weight weenies usw.) wirst du aber schnell lesen können, dass die von c´dale angegebenen gewichte nur für die babygröße gelten und da auch nur für das rad mit der (anscheinend recht anfälligen) mattlackierung.

    die normal lackierten modelle für erwachsene menschen sind deutlich schwerer.

    anyway, ein paar hundert gramm ändern noch nichts an der steifigkeit. das stimmt.

    der zweite punkt: einen zu steifen lenkkopf will überhaupt niemand. das rad MUSS zu einem gewissen grad nachgeben können - wie ein flugzeugflügel, der sich auch biegen muss. die kunst dabei ist nur, ein rad zu bauen, das noch genug biegsam ist, ohne sich aufzuschaukeln oder gefährlich zu werden, wenn z.b. durch besonders schwere fahrer viel energie ins system gebracht wird.

    ich denke, was cervélo (übrigens noch immer) von vielen anderen firmen unterscheidet, ist der extrem hohe entwicklungsaufwand (windtunnel, test-teams, teuerste computersoftware usw.).

    was ist super finde ist, dass die sich keinen deut um "fancy" aussehen, modische details oder sowas scheren, sondern hightech produzieren (cervelo p5, s5)

    cannondale hatte jahrelang eine tiefe, tiefe krise und es ist schön zu sehen, wie peter denk diesem unternehmen eine neue richtung gibt.

    aber zu glauben, dass das supersix cervelo zum rausbringen des VWD gebracht hat, halte ich für übertrieben. da gibts ganz andere leichtbau-player, die da schon vorher gewildert haben.

    ich glaube, die VWD-politik hat cervelo eingeführt, weil sie (das hat der verkauf an PON ja bestätigt) absatzprobleme hatten und sich durch die einführung von "basis"- und "premium"-modellen - also eben VWD - eine zweipreis-strategie zugelegt haben: jeder soll sich nun ein cervelo leisten können. die creme wird dafür auch speziell gelabelt.

    aber, wie bei allem: man steckt nicht drin und weiß es nicht ganau.

    zweifellos ist das supersix ein tolles rad.

    meiner meinung nach kommt es aber weder in ästhetischen fragen noch, was z.b. die geometrie angeht, an das R5 heran.

    liebe grüße,
    L

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  6. Servus Leute!

    Ich hab neugierig diesen Blog verfolgt und habe mittlerweile mein neues R5 VWD (ich liebe es) auf Herz und Nieren getestet. Hat eigentlich alle Tests bestanden. Was mir aber schon aufgefallen ist, ist, dass bei Abfahrten, bzw. bei höheren Geschwindigkeiten 50 km/h aufwärts, die Lenkung schon etwas "nervös" ist. Kann auch sein, dass ich mir das einbilde und es von der direkten SL-Gabel kommt. Da ich im Vergleich zu diesem herrlichen Teil vorher nur Mittelklasse-Räder gefahren bin und diese Krümmungen in den Gabeln hatten, dass man meinen könnte, man hat eine Art Flaschenzug (Ansprechverhalten), kann es aber gut sein, dass ich mich dabei täuschen lasse. Schlussendlich ist das R5 VWD ein reines Renngerät und soll ja deswegen auch schwer zu bändigen sein. :-)

    LG

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  7. moin anonymer,

    erstmal herzlichen dank für deinen comment & glückwunsch zu dem R5 VWD - ein super bike hast du da!

    deine "nervösität" würde ich zunächst auf den kurzen radstanbd des R5 (ähnlich wie beim R3) zurück führen, weniger auf die Gabel. Die kurzen radstände machen das rad agiler, sehr viel weniger und dadurch natürlich auch weniger stabil.

    das ist ja dann auch der große vorteil der aero-räder, die größere radstände haben (vor allem, um eine gestrecktere, flacherer = aerodynamischere sitzposition zu ermöglichen). deshalb gilt z.B. das S5 ja auch als super abfahrt-bike, eben weil es stabiler, ruhiger und leichter zu kontrollieren ist. andererseits dann aber auch träger ...

    hat alles seine vor- und nachteile. aber ich bin mir sicher, du gewöhnst dich schnell an dein agiles schmuckstück :o)

    wenn du magst, kannst du mir gern fotos von dir & dem bike schicken für meine kategorie "my cervelo", dann würde ich dich per email "interviewen". meine mail findest du im impressum, wenn du interesse hast.

    viele grüße,
    lars

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