22. August 2012

Vier gewinnen: Mein neues Rennrad

Es gibt kaum etwas schöneres für uns Radsportler und Rennrad-Fanatiker, als sich der aktuellen finanziellen Situation auf wüstenartig leergefegten Girokonten einfach mal zu entziehen und sich dem Traum hinzugeben, sich dann doch ein neues Carbongefährt zuzulegen.

Viel Kohle für wenig Kohle

Andere mögen angesichts der Budgets, die hier aufgerufen werden, den Kopf schütteln und meinen, dafür "bekommt man ja ein anständiges Auto", aber uns interessiert das nicht: Wir geben gern viel hart erarbeitetes Geld her, um möglichst wenig Carbonfasern dafür zu bekommen.

 
Mein Traum: So ein Cervélo P5, die neuesten Mavic und eine Di2.
Danke Helmut für das Pic

Und so wälzen wir die neuesten Ausgaben von Tour, Roadbike & Co auf der Suche nach den Interbike-Messeneuheiten, wir stürmen bei Velothon oder Cyclassics die Stände der Hersteller und trachten danach, die Objekte der Begierde zu berühren.

So auch ich. Nachdem ich 2011 eine Saison lang im German Cycling Cup gefahren bin - also "kurz & schnell" - und 2012 nun eher die harten Bergrennen absolviere - also "lang und hoch" - nehme ich mir für die Saison 2013 die Langstrecke vor: Die logische Konsequenz meiner "Rennradkarriere".

Mit dem Cervélo R3 könnte ich das auch machen. Aber hey - so eine richtig schön eingestellte, super abgestimmte Zeitfahrmaschine, nicht allzu kompromisslos in der Sitzhaltung, das wäre doch was, oder?

Cervélo P5 - Die Referenz in Sachen Zeitfahrrad

Ganz oben auf der Liste steht da das P5 des kanadischen Herstellers Cervélo. Bereits Anfang des Jahres den Profis und Modellathleten zur Verfügung gestellt worden, hat dieses Rad nicht nur die Triathlon- und Zeitfahrszene elektrisiert, sondern auch mich.


Ein Cervélo P5 bei den Cyclassics.

Erhältlich ist es als P5 Three, die UCI-legale Variante, und als P5 Six in der Tria-Version. Abgesehen davon, dass ich niemals das Potenzial dieses Rades ausfahren werde, ist die Six-Variante weitab jeglicher finanzieller Möglichkeiten und wird daher ein Traum bleiben.

Das Three aber, ausgestattet vielleicht mit einer 2012er Sram Red und - für den Anfang - einfachen Cosmics könnte machbar sein. Ein tolles Rad, ein geiles Geschoss!

Cervélo P3 - Die Mutter des Aero

Mit dem P3 hat Cervélo seinerzeit ein Rad vorgestellt, dessen Siegesserie bei fast allen relevanten Triathlon- und Zeitfahrwettbewerben uneingeholt ist. Noch immer ist laut Kona-Count das P3 das meist gefahrene Tria-Bike des Iron Man und mithin noch immer die Benchmark für modernes Zeitfahr-Framedesign.




Das Cervélo - ein Alltime-Classic!
Pic: cervelo.com

Das Rad geht 2013 noch einmal überarbeitet in seine mittlerweile 8te (!) Saison und wird 2013 (wie die gesamte Produktpalette) mit einem neuen Design aufwarten.

Das P3 vereint erprobte und ausgereifte Konstruktionsmerkmale mit langjährig verfeinerten Detaillösungen: Und es ist bezahlbar! Dieses Frame ist (Preise 2012) mit 2.700 € ganze 1.800 € preiswerter als das P5 Three Frameset. Das ist schon mal fast die Schaltgruppe als Komplettausstattung ...

Mal sehen, was Robert bei Pirate Bikes zu meinen Plänen sagt - und welches Angebot er mir machen kann.

BMC Timemachine TM01 - Stealth-Speed-Weaponry

Ja, ja, ich weiß, das wird manche schocken, die mich für einen hochbezahlten Marken-Blogger im Auftrag von Cervélo halten - aber ich schaue mich auch abseits der kanadischen Marke um. Und da muss ich sagen, fällt mir seit ein, zwei Jahren immer mehr die schweizer Marke BMC auf.

Sie fahren einen, wie ich finde, ähnlichen, technisch getriebenen Ansatz wie Cervélo, bauen wunderschöne Räder und verkörpern Markenwerte, mit denen ich mich sehr gut identifizieren kann. Nicht erst seitdem Cadel Evans seinen Tour de France-Sieg 2011 beim abschließenden Einzelzeitfahren eindrucksvoll auf der TM01 gewonnen hat, ist mir dieses Geschoss aufgefallen.



Die BMC TM01 begeistert mit extremem Design

Mich fasziniert das kantige, an einen Stealth-Fighter erinnernde Design, das Schimmern der undirektionalen Carbonfasern und das ganze, aggressive Auftreten des Bikes. Understatement beim Anbringen der Lackierung - schlüssiges Konzept bei den verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten.

Ein Termin beim lokalen BMC-Händler ist schon gemacht. Auf der Cyclassics-Messe verspricht mir der Mann am BMC-Zelt, dass nach der Interbike eine überarbeitete Version erhältlich sein würde.
Ich bin gespannt!

Canyon Speedmax CF evo - Vom anderen Stern


Oh man, was schwitze ich nachts, oder auch tagsüber, wenn ich die Tour, das offizielle Organ der Koblenzer Direktversender, öffne, und dieses Geschoss bestaune! "Man, verdammt!", denke ich mir da, denn Canyon hat mit dem Speedmax CF evo tatsächlich eines der zurzeit aufregendsten Bike-Designs entwickelt. gerade Canyon, denke ich kopfschüttelnd und muss gleichzeitig neidlos anerkennen, dass die sich da eine Wunderwaffe vor dem Herrn ausgedacht haben. Wow!


Team Katusha darf schon - Canyon Speedmax CF evo
Pic: BikeRadar.com

Sicher fertigt Canyon genauso tolle Bikes, wie jeder andere große Markenhersteller auch. Und sicher gehört das Speedmax CF evo mit zu den anspruchsvollsten Zeitfahrrädern, die man sich kaufen kann - und doch kann ich mich mit der Marke kaum identifizieren. Wie hin- und hergerissen ich bin zwischen Faszination und dem "Habenwollen!"-Effekt und meiner Abneigung ob der auf mich eher abweisend wirkenden Marketing-Strategie und Markenwerte der Koblenzer.

Und doch: Das Ding ist der Hammer!

Drum prüfe wer sich ewig bindet ...

Naja. Ein bisschen Zeit ist ja noch. Ob es nun das Cervélo P5 oder P3 wird, ob ich mir eine Schweizer Carbonwaffe zwischen die Schenkel klemme oder doch noch meine Abneigung gegenüber Fachhandels-Ignoranz und übertriebener Marketingstrategie ablegen kann ... wer weiß es schon?

Den passenden Helm habe ich mir jedenfalls schon einmal zugelegt ...






Wie sieht Eure Planung für 2013 aus? Ich freue mich über Eure Comments.

Kommentare:

  1. BMC ist einfach nur geil. Ich stand bei den Cyclassics sabbernd vor dem Stand. Aber nach wie vor bleibt mein Must Have das Canyon Speedmax. Leider trennen mich und mein neues Rad noch die Kleinigkeit von ca. €5.000,-

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  2. ja, ist geil, oder?

    naja, mein problem mit canyon kennste ja. aber das speedmax hats mir auch angetan.

    na, warten wir mal die eurobike ab: am ende wirds sicher auch ne budgetfrage.

    ich hoffe, ich kann bei cervélo bleiben - bin soooooo sauzufrieden mit meinem R3.

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  3. Lars, ich glaube ja nicht, dass eines dieser Räder das richtige für deine Langstreckenpläne für 2013 ist. Das sind bestimmt tolle Räder, mit denen man auch mal 180km im Rahmen eines Triathlons absolvieren kann, aber mehr kann ich mir damit nicht vorstellen. Für richtige(tm) Langstrecken braucht's dann doch ein Rad mit ganz anderen Qualitäten. TT-Maschinen sind nun mal keine Breveträder. Deshalb sieht man die bei solchen Veranstaltungen auch nur recht selten ...
    Von daher: Pflege dein R3 weiterhin gut! ;-)

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  4. hi harald, ich hab gewartet, wann diese worte von dir kommen :)

    lange gespräche und auch geometrie-vergleiche bringen mich allerdings dazu, dir nicht unbedingt recht zu geben.
    ich kann genau meine R3-einstellungen auf einen TT-rahmen übertragen. ein entsprechender sattel schützt den hintern. insofern denke ich schon, dass man aus einem TT-frame ein brevet-rad bauen kann. (vielleicht hats nur keiner je versucht?)

    2010 sind 4 cervélo P4-räder HHB gefahren, mit denen habe ich geschnackt: die fahren langstrecke nur mit den dingern.

    insofern wird das - da bin ich mir sicher - richtig gut werden.

    zeitfahren an sich machen mir nach dem riderman und dem HU-sunrace eh total spaß - und ab 2014 wollte ich eh schwimmunterricht für triathlon nehmen (so die langpkanung) ...

    ich bleib also dabei :o)

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  5. An meiner Berechenbarkeit muss ich wohl noch arbeiten. Oder vielleicht auch gerade nicht, ist ja auch etwas wert, wenn man für bestimmte Positionen/Haltungen bekannt ist ...
    Du hast sicherlich recht, dass vieles geht und machbar ist, wenn man es nur will. Ob du jetzt mit einem TT-Rad ein Pionier in der Brevetszene wärest, weiß ich gar nicht. Aber ich spekuliere einfach mal, dass das gewiß schon diverse Male probiert und auch wieder verworfen wurde. Es wird wohl nicht alleine der Traditionsgedanke sein, der einen vor allem "klassische" Rennräder bei solchen Veranstaltungen sehen lässt.
    Die Jungs, mit denen du 2010 gesprochen hast, was verstehen die denn unter Langstrecke? War HHB vielleicht deren Maximum? Und: Sind die 2010 überhaupt bis Berlin gekommen?
    Bevor ich solche Summen in einen Traum investiere, würde ich doch gerne vorher praktisch erproben, ob meine Theorie stimmig ist. Wie war das jetzt, du bekommst ein Cervélo-TT-Rad zum Testen? Dann fahr mal 200+km am Stück damit. ;-)
    So, genug der Widerworte ...

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  6. naja, du bist halt auch ein klassiker :o)

    im ernst: mir gehts gar nicht darum, die brevet-szene umzukrempeln. wie auch bei den rennen, so wird es hier ne menge leute geben, die mit 15-kilo-stahlrädern geilere leistungen erbringen, als ich.

    ich will 1) so ein rad besitzen und 2) dem nickname "fast transit" alle ehre machen

    die "cervelo-boys", wie ich sie getauft habe, sind triabolos-mitglieder und natürlich angekommen. sogar mit einer genialen zeit, wenn ich mich recht erinnere.
    was die unter "langstrecke" verstehen, weiß ich nicht.

    für MICH ist langstrecke alles jenseits der 250 km ...

    keine sorge, deine widerworte werden gründlich abgewogen und sind mir immer herzlich willkommene denkanstöße.

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  7. Das Rad sei dir auch von Herzen gegönnt!

    Ich wollte nur dezent darauf hinweisen, dass solch ein Rad wohl nicht ganz die richtige Wahl sein dürfte, wenn die Strecken (deutlich) länger werden und dann auch noch Licht, Gepäck und anspruchsvolle Topographie (und körperliche Gebrechen) hinzukommen.

    Zu den "Cervélo-Boys": Ich hatte nur versucht anhand der Anmelde- und Ergebnislisten herauszufinden, wie die so durchgekommen sind, bin aber nicht fündig geworden.

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  8. Ach, noch ein ganz anderes Thema (weil ich gerade gelesen habe, dass du dein R3 wieder verpackt hast): Wie sieht's denn mit der (Flugreise)-Tauglichkeit dieser Räder aus?

    BTW: Das Kommentieren ist total nervig wegen dieses blöden Captchas. Wenn du eh freischaltest ist das doch nicht notwendig, oder?

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  9. Moin Lars,

    Punkt 1.) ist Grund genug.

    Allerdings teile ich die Bedenken von Harald. Auf meinem TT-Rad beginnt es jenseits der 100 km ungemütlich zu werden. Mag zu einem daran liegen, dass ich noch nicht ausreichend Zeit in eine optimale Positionierung gesteckt habe, zum anderen aber auch sicher an der extremeren Geometrie.

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  10. hi harald, hi sebsatian,

    flugreisetauglichkeit: ist mit speziellen tria-koffern/taschen z.b. von scicon gegeben. kein problem.

    freischaltung: seitdem ich über das tourforum nen kleinen shitstorm (naja, ein pups-storm) auf dem blog und einen sehr nervigen kommentator hier hatte, der mich täglich mit 10 beleidigenden scheißcomments zugeballert habe, habe ich das drin ... ist nervig, aber noch nerviger sind kackcomments löschen ... sry for that.

    @sebastian - ich bin überzeugt, es ist eine frage der einstellung des rades. ich kann exakt die geo meines R3 aufs TT übertragen. so extrem wie beim zeitfahren oder tria werde ich das teil nicht einstellen.

    und besides ... punkt 1 ist genug :o)

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  11. Hallo Lars,

    worin genau besteht Dein Problem mit Canyon? Liegt es am Direktvertrieb? Ich bin Rennrad-Neuling und stehe vor der Anschaffung meines erstes Rades und finde die dezente Canyon-Optik sehr schön und qualitativ scheinen sie ja auch, wenn man diversen Testen glauben darf, in Ordnung zu sein. Was würdest Du für den Einstieg bis max 1.500 empfehlen? Schöne Grüße, Tim.

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  12. hi tim.

    lies mal den beitrag "just sayin" hier im blog.
    ich will nicht zu sehr über canyon herziehen: es sind sicher super räder. aber - für mich - geht diese marke gar nicht.

    LG L

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  13. hast Du kein Shiv gesehen bei Deinen Rundgängen? Das S-Works Shiv TT ist doch auch eine Rakete.. zumindest optisch

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