4. März 2012

Marathon-Training - die letzten Läufe. Vor dem großen Run.

Mit diesem mal werde ich noch 2 mal Gelegenheit haben, mich auf meinen ersten Marathon vorzubereiten. In genau drei Wochen steht der Barcelona-Marathon an und dann wird es ernst.

Und wie herrlich: Petrus segnet an diesem Samstag unser schönes Hamburg mit Kaiserwetter.


Ich komme von meinem (bisschen mehr als) 3-Stunden-Ritt zurück, glücklich, ausgepowert und zufrieden. Wie eigentlich an fast jedem Wochenende seit 4 Monaten. Ich beende meinen dritten 3Quarterthon (Dreiviertel der Marathondistanz) und beschaue mir die Werte.

Nicht übel: Wieder mit 3:03 Stunden eine 6:30er-Pace, mit der ich sehr gut leben kann. Vorher beschaue ich mir vor allem meine Mitstreiterinnen - ohne dass das jetzt chauvinistisch rüberkommen soll - aber mein lieber Scholli, das ist der wunderbare Bonus dieses Sportes.


Wohl geformte, durchtrainierte Damenpopos allenthalben. Da lasse ich mich doch gern überholen. Diese Ausblicke und die neue Doppel-CD von Dave Seaman in meinen Ohren motivieren umso mehr.

Und Motivation brauche ich, denn ich laufe eher ungern: Für mich ist der Marathon nur ein Winter-Intermezzo und Wintertrainung unter Umgehung des Langweiligen Indoor-Rollentrainings auf dem Rennrad.

Nachdem ich im Winter 10 Wochen lang an jedem Wochenende einen Halbmarathon gelaufen und vor 3 Wochen auf die Dreivierteldistanz geswitched habe, fühle ich mich nun ganz gut vorbereitet. Das Training scheint zu fruchten: Frühlingsgefühle und milde Temperaturen tun ihr übriges.


Auch wenn die Ausblicke noch so verlockend sind: Wieder richtig bewusst werden mir die Strapazen meines Marathon-Abenteuers , wenn ich mir meine Problemstellen besehe.

Das rechte Knie scheint eine Schwachstelle zu sein, obschon es heute weniger muckert, als noch vor 2 Wochen. Beim letzten 28 km-Lauf hat es arge Probleme bereitet. Meine Strecke beinhaltet auf dem Weg an die Außenalster 7 Ampeln. Nicht immer sind die auf Grün: Dann hier anzuhalten, vor allem auf dem Rückweg, bereitet Höllenschmerzen.

Also: Nicht mehr anhalten!


Auch deshalb setze ich nun auch zwei Wochen Pause an, bevor ich wieder den nächsten 3Quarterthon angehe. Das Wochenende in der Mitte will ich zum Rennradfahren nutzen.

Der Switch auf die lange Distanz vor 3 Wochen brachte noch einen weiteren Trainingseffekt: Da ich nun 3 Runden um die Außenalster laufen muss, laufe ich diese am Stück. Ohne anzuhalten, ohne Ampeln: 3 mal Außenalster, das ist ein Halbmarathon.

Den laufe ich also schonmal durch.


Die erste Alsterrunde ist kein Probem. Ich finde, auch Dank der Musik, schnell den richtigen Laufrhythmus. Ich genieße die Aussichten. Beschaue mir die Leute - werde beschaut. Atme gut, durch die Nase ein, durch den Mund wieder nach draußen.

Die zweite Alsterrund macht bis zur Hälfte - Brücke Fernsicht - Spaß, dann beginnen die ersten Zipperlein. Mit einem Powergel motiviere ich vor allem meinen Kopf. Es ist die Einstellung, die einen den Marathon meistern lässt.


Die dritte Runde ist Zahnfleisch. Vor allem der Weg zurück zur Kennedybrücke ist, wenn der Gegenwind hart bläst, sehr hart. Auch hier muss ich mich, Fernsicht erreichend, mit dem zweiten Powergel motivieren. Schicke meine Gedanken auf Reise, weit weg aus diesem schmerzenden körper, weg an einen anderen Ort. Hauptsache dorthin, wo es nicht weh tut.

"Gesund st das nicht!", denke ich mir.
Aber dann baue ich mich wieder auf.


Tja. Und so liege ich heute nach weiteren 27,5 Kilometern und knapp 3 Stunden (diesmal ohne Knieschmerzen) in der heißen Wanne, bin stolz auf mich und freue mich, dass meine Leistungen konstant sind, ich immer sicherer werde und vor allem, ich gelernt habe, wie ich die Zeit beim Laufen totschlagen, mich beschäftigen und mich immer wieder erfolgreich motivieren kann.

Barcelona kann kommen.

Obwohl: So richtig klar ist mir das alles noch nicht.
Muss es aber vielleicht auch gar nicht.
In 2 Wochen werde ich es wissen.
Augen zu.
Und durch!



Hier geht es zum Garmin-Track.

Kommentare:

  1. Moin Larsi,

    du scheinst ja echt ein Trainingswunder zu sein ;-) Ich kenne niemanden, der sich mit einem Einmal-die-Woche-Trainingsplan verbessern könnte, bis auf dich.
    Bei mir sieht es ziemich schlecht für den geplanten strongman run aus, zum Training ist einfach keine Gelegenheit. Dafür habe ich jede Menge Spaß mit der Männerwirtschaft zu Hause, und das ist es wert, auch mal ein sportliches Ziel zu opfern. Wenn alles wieder gut ist, konzentriere ich mich dann eben auf die Vorbereitung zu HH-B. Diesmal richtig :-)

    Also: ich drücke dir fest die Daumen für Barcelona! Wird das eigentlich irgendwo übertragen? ;-)

    Viele Grüße aus Halle

    Lars

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  2. Hallo Larsi,
    alle Achtung, nicht schlecht! Gutes Trainingspensum, aber pass wegen deinem Knie auf! Habe nach 2 Monaten Pause auch wieder angefangen. Bin am Freitag direkt wieder mit 14,50 km eingestiegen. Mein Ziel ist einmal die Woche bei diesem Wert zu bleiben und immer mal einen Halbmarathon einzustreuen.

    Liebe Grüße und alles Gute für Barcelona,
    Danny

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  3. hallo frygy. hat alles prima geklappt in barcelona, keine beschwerden. :-)
    liebe grüße,
    L

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