18. März 2012

Ein Startplatz für den Ötztaler Radmarathon ...

... habe ich schon einmal sicher. Sehr geil, denn dank Rernnrad-Fortuna kann ich so einen eh schon genialen Rennkalender mit DEM Alpen-Radmarathon schlechthin komplettieren. Das Finisher-Trikot vom Ötzi gehört zu den begehrtesten Trophäen im europäischen Jedermann-Sport und ehrlich gesagt kann ich mir außer (den für mich unerreichbaren) Leistungen der Brevet-Fahrer nicht viel härteres, als den Ötztaler Radmarathon vorstellen.

Auf knapp 240 Kilometern gilt es, nicht weniger als vier Pässe zu überwinden: Kühtai, Brenner, Jaufenpass und Timmelsjoch. Je nachdem, welche Quelle man heranzieht, summieren sich die positiven Höhenmeter dabei auf 4.900 bis 5.200.

Ich forsche weiter ...



Die 5.000 glücklichen Starter, die am 26. August zwischen 5 und 6 Uhr morgens (oha!) auf die Reise ihres sportlichen Lebens gehen werden, erwarten nicht nur massig Höhenmeter, sondern mit dem Jaufen und dem Timmelsjoch zwei der schönsten Alpenpässe überhaupt.

Insgesamt fahren wir 15 mal den Eiffenturm hoch - und selbst Jan Ullrich finished diese wunderbare Tortur (2011) in nicht weniger als achteinhalb Stunden. Wie schnell ich das schaffen kann, wage ich nicht zu errechnen.

Immerhin geht es für 101 der 239 Kilometer nach oben: Das sind sagenhafte 42% Aufstiegsarbeit an der Gesamtstrecke! Naja. Sehen wir es mal so herum: Dafür geht es 52% des Events bergab ...

Heute raffe ich mich nach dem verkorksten Anlauf, Hamburg-Berlin am Samstag zu fahren, dann noch einmal auf, genieße das teilweise trockene Wetter und reite das Timmelsjoch Hamburgs: Den Waseberg.

Meine Runde - 13 mal geht es über die legendäre, Elb d´Huez genannte, Steigung, die die Profis bei den Cyclassics 4 mal durchqueren müssen. Dann noch den Kösterberg hoch, weil es so schön ist - und die halsbrecherische Falckensteiner Schlucht wieder auf Normal-Null zurück.

Auch hier lassen sich fantastische Rechenspiele anstellen ...





13 mal die Wasebergrunde zu fahren, das bringt summa-summarum knapp 1.100 Höhenmeter. Im Prinzip ist das der Höhenunterschied, den ich bei meiner Tour de France am legendären Alpe d´Huez überbrückt habe.

Das lässt die Brust doch schonmal ganz schön schwellen. Ein 27er-Ritzel braucht man schon. Zu oft habe ich Bekannte und Freunde mit einem 25er in der Elbwand ausklinken und schieben sehen.

Aber Spaß macht es! Zunächst geht es gemütlich eine nicht allzu steile Anfahrt zum Waseberg hin. Die eigentliche Mauer liegt uneinsehbar hinter eine Kurve: Der Friede täuscht! Sobald man in der Steigung ist, verzeiht die Vertikale keine Fehler. Ein mal falsch getreten. Ein mal abgelenkt durch den teilweise dichten Verkehr, ein mal überdreht: Der Mann mit dem Hammer könnte hinter jedem Baum warten!

Ich liebe diese Steigung! Nur 800 Meter lang. Aber unerbittlich. Mit 15% geht es bergan. Aber das war längst nicht alles! Oben angekommen heißt es, sofort noch einmal hart reinzutreten, bis hoch zur Shell-Tanke. Von da geht es den Kösterberg - etwas ruhiger - bis auf 100 Meter über Null.

Den Falckenstein muss man mit Vorsicht genießen! Hier ist schon ein Rennradler zu Tode gekommen. Ich bremse oft, oft auch nicht. Der Belag ist schlecht, hier geht es auch mit 15% bergab, zwei Kurven, auch hier sind die Ausgänge nicht einzusehen, verlangen hohe Präzision. Da dieser Tage Krötenwanderung ist, alles geperrt wurde, ist kein Gegenverkehr zu erwarten (sonst aber!) - also lasse ich es krachen.

Zu Hause angekommen, rechne ich wieder ein bisschen ...




Ich sitze zu Hause bei einer großen Tasse Joghurt und lasse mir das mal durch den Kopf gehen: Die ganze Waseberg-Tour bringt mir fast ebenso viele Höhenmeter ein, wie der Jaufenpass beim Ötzi haben wird. 1.100 nämlich.

Die Runde heute habe ich in 2:30 Stunden absolviert. Und dabei habe ich gerade mal den Jaufenpass gemacht. Drei von der Sorte (Brenner sind ja "nur" 770 Hm, aber das Timmelsjoch ... o la la ...) warten noch.

49 Kilometer ist die Elb d´Huez-Runde lang - das wären 10 km mehr als die Distanz, die der Brenner in Anspruch nehmen wird. Oh man - wie lange werde ich für den Ötzi brauchen? 10 Stunden? 11 vielleicht?

Aber hey - heute habe ich immerhin 22% der Höhenmeter und gar 27% der Kletter-Distanz des Ötzis geschafft.

So schlimm kann das doch alles gar nicht sein. Oder? Na. Aber nun ist erstmal der Barcelona Marathon nächste Woche. Ohne Rennrad. Und ohne Höhenmeter. (Hoffe ich)

Hier gehts zum Garmin-Track Elb d´Huez



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Rechnet Ihr Euch große Herausforderungen auch gern mal schön? Wie geht Ihr an Eure harten Saison-Höhepunkte heran? Ich freue mich über Eure Comments.

Kommentare:

  1. Mensch Lars,
    bei den Voraussetzungen und dem Trainingsprogramm, dass du noch abspulen wirst, sind bestimmt 10h drin.
    Ein Kumpel aus Berlin hat den Ötzi letztes Jahr gefinished. In ca. 11,5h. Ohne großartiges Bergtraining. Nur mit viel GA-Training, dem ein oder anderen Marathon vorher und dem Müggelberg.
    Viel Erfolg bei der Aktion. Irgendwann will ich das Ding auch mal fahren!

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  2. hi georg,

    dane für den comment.

    joa, schauen wir mal, nicht? 240 km an sich ist schon ne ansage - 240 km durch die alpen im moment noch komplett nicht wirklich vorstellbar. aber ich bin da auch sehr guter dinge: vorher findet ja der dreiländergiro und noch einige andere, sehr harte alpen-rennen statt, sodass ich tatsächlich recht gut in schuss sein müsste.

    viel mehr mache ich mir gedanken um 24h "rad am ring" - das findet nämlich genau eine woche nach dem ÖTZI statt :o)


    viele grüße,
    L

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  3. Sehr schön. Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie sich die Radler gleichen und sich hin und her alles schönrechnen :-) Kommt mir sehr bekannt vor.
    Und irgendwie kriegen wir das schon hin und können uns hinterher ganz entspannt gratulieren.

    Rad am Ring ist die Frage bei welchem Wettbewerb du an den Start gehst. wenn es nicht gerade die Single Starter oder 2er Staffel ist, brauchst du dir keine Sorgen zu machen.

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  4. hi christian,

    danke für den comment.

    witzig, oder?

    RaR wird (wieder) das 2er team sein ... :o)

    viele grüße, wir sehen uns!

    L

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  5. Hallo Lars!

    Ötztal - ja!!! Verfolge dich blog mäßig ja seit deiner Liegeradzeit. Haben auch dann und wann gemault und gewittert. Wenn Du in Tirol bist müssen wir uns treffen-Übernachtungsmöglichkeit und Zubringer ins Ötztal würde ich stellen-wie wärs?

    Gruß aus Tirol Manfred

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  6. tja - gemault ist gut - aber sollte schon gemailt heissen ;-)

    Manfred

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  7. moin manfred,

    ja das klingt doch spitze!!!

    ich habe bereits ein hotel gebucht (und bezahlt) in st. leonhard. aber die zubringer-sache klingt fantastisch!

    bin nämlich schon am suchen, wie ich das machen soll. würde sonst bis MUC fliegen und ab da einen leihwagen nehmen.

    wenn in MUC allerdings ein auto auf mich warten würde ... :-)
    sprit würde ich dann aber übernehmen wollen.

    ginge die rücktour auch?

    klingt ja super!!!!!

    :o)


    (bei "gemault" musste ich grinsen) wir können ja via twitter und DM weiter kommunizieren.


    LG L

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    1. Hi Lars!

      Ich kann dich schon von München abholen und auch bringen - kein Thema - ist nicht soweit - wohne ca. 5 km außerhalb von Innsbruck.

      St. Leonhard sagt mit ad hoc jetzt nichts-hätte wie gesagt genug Platz und auch eine komplett eingerichtete Radlwerkstatt ;-) -ev. kannst Du ja noch stornieren.

      schreib dir mal kurz auf deine email realizador etc. - ist die noch aktiv? dann gebe ich dir meine Adresse , tel. usw. - Gruß Manfred

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    2. Hallo Lars,


      das wird doch wohl nicht das St.Leonhard sein, dass am Fusse des Timmelsjochs den Beginn des Schlussanstiegs markiert ;-).

      Von da aus sind es ja nur 55 km und 1900 Hm bis nach Sölden.

      MfG


      Michael

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  8. Hey Lars

    Cool hast Du einen Startplatz. Dann treffen wir uns endlich... beim Siegerbier im Ziel, wenn ich dann irgendwann angekomme. Ich wünsche Dir ein gutes Training.

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