26. Oktober 2014

Der härteste Radmarathon: Ötztaler, Alpenbrevet, Tour du Mont Blanc und Endura Alpen-Traum im Renn-Check.

Auch wenn meine Rennrad-Saison 2014 insgesamt nicht gerade der Burner war, so hatte ich in diesem Jahr doch das Glück, drei der ganz großen Namen der Alpen-Radmarathons fahren zu dürfen. Zudem konnte ich quasi noch als Bonus einen wirklichen Geheimtipp entdecken. Doch welcher ist jetzt der härteste dieser vier Radmarathons? Ich starte eine unabhängige, nach möglichst objektiven Kriterien selbstverständlich vollkommen subjektiv eingefärbte Untersuchung. 


Der Ötztaler oder doch das Alpenbrevet? Der neue Alpen-Traum oder die Tour du Mont Blanc? Ich möchte in diesem Blog-Post versuchen, Kriterien aufzustellen und diese vier Rennen zu bewerten. Sicher, es gibt viele Rennen, die noch härter, noch fieser und noch verrückter sind: Das Race Across the Alps zum Beispiel (hier geht es zum Bericht meiner Teilnahme 2012) oder auch die Elbspitze. 
Ich möchte mich in diesem Post aber bewusst auf die vier genannten beschränken, da eine Teilnahme an diesen Rennen für den gut bis hervorragend trainierten Hobbysportler wie gemacht ist - wer den Ultrasport sucht, dem möchte ich die einschlägigen Websites dieser Athleten empfehlen.


Was ist "Härte"? Der Versuch, Bewertungskriterien zu finden.


Eine schwierige Frage, denn Härte - das ist immer subjektiv. Und deshalb kann auch dieser Artikel nur meine persönliche Meinung widerspiegeln. Denn ob eine sportliche Betätigung hart ist oder nicht, das hängt von unzähligen Faktoren ab: Ich kann meine an sich vielleicht etwas langweilige 30-Minuten-Hausrunde so fahren, dass sie ultrahart wird, kann mir gleichzeitig den Ötztaler Radmarathon hier geht es zum Rennbericht - wie 2014 geschehen - so einteilen, dass ich ihn relativ easy finishe. Relativ halt. 

Ein Radrennen in den Alpen: Für mich immer Höhepunkt & Vollendung von Radsport.

Härte, das ist zunächst mein persönlicher Einsatz. Der wird bei jedem Teilnehmer durch Trainingszustand, Tagesform und Zielsetzung anders aussehen. Härte, das ist aber immer auch das Wetter - logisch, wie entscheidend der Einfluss des Wetters sein kann, bei über 200 Kilometern, mehr als 10 Stunden Renndauer und das teilweise in der Spätsaison durch die Hochalpen. 

Dennoch versuche ich, ein paar allgemeingültigere Kriterien für meine Bewertung festzulegen. Ich nehme mir  als erstes die Strecke selbst vor: Die zu überbrückende Gesamtdistanz ist mir aber ein noch etwas unklarer Begriff: 100 Kilometer können flach sein, können steil sein und können noch steiler sein. Also rechne ich den Anteil der Steigungskilometer heraus. Doch wie steil sind diese? Ein Indikator für die Härte sind die Steigungsprozente, die ich mir errechne, indem ich von den Durchschnittsprozenten der Anstiege wiederum den Overall-Gradient ziehe. Auch dieser kann natürlich nur ein Näherungswert sein, denn es sind in ihm sicher nicht die ganzen kleinen Wellen berücksichtigt, die man abseits der großen Pässe (zum Beispiel in den fiesen Flachstücken des Endura Alpen-Traum hier geht es zum Rennbericht) zu meistern hat. Nicht fehlen düfen natürlich die Höhenmeter in diesem Zusammenhang. 

Weiterhin versuche ich, einen "Wetterfaktor" einzuführen: Hierzu frage ich bei den Organisatoren an, ob sie mir generell etwas zum Wetter der letzten fünf Austragungen (beim Alpen-Traum gibt es erst mal nur die letzten beiden) sagen können: War es eher nass und kalt, sonnig und trocken? Hieraus kann ich eine Art Schulnote zur Wettersicherheit geben.


Gerade zum Saisonende: Das Alpen-Wetter kann richtig fies werden. Stundenlang.

Ebenso wichtig wie Strecke und Wetter, finde ich, ist die Organisation eines Rennens. Das beginnt mit der Qualität der Website bei der Anmeldung (und überhaupt der Chance, einen Startplatz zu bekommen), natürlich die Höhe des Startgelds des Rennens (die ich in Relation zu der gebotenen Leistung setze) sowie die Leistungen im Rennen selbst: Starterbeutel, Rahmenprogramm und natürlich Verpflegung und Streckensicherung. 


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Weitere, persönliche Kriterien wie die Umstände der persönlichen Anreise, die bei vielen von Euch sicher immer auch Ausschlag gebend sind, ziehe ich bewusst nicht mit in die Bewertung: Lebt Ihr in München sind Alpen-Radmarathons nur ein, zwei Stunden mit dem Auto entfernt. Wohnt Ihr wie ich in Hamburg, ist die Anreise lang, umständlich und teuer. Allgemein gültig kann ich das in einem Blog-Post wie diesem deshalb natürlich nicht bewerten.


Die Renntermine der vier Rennen variieren: Sommer, Spätsommer - Herbstbeginn. 
Vorsicht Alpenwetter!

Abschließend möchte ich jedem Rennen eine Art Prädikat verleihen - denn eines, das steht jetzt schon fest: Alle vier Rennen sind große sportliche und psychische Herausforderungen, bieten unheimlich viel Spaß, Leid, Herausforderung und Endorfin-Potenzial und jedes ist - auf seine ganz eigene Weise - besonders hart, besonders fordernd und unverwechselbar.

Die Radmarathon-Strecke: Distanzen, Steigungen, Gradienten und der Wetterfaktor.


Zunächst vorweg: Ich gebe Schulnoten. Die 1 ist dabei immer die beste Note - also "härteste Srecke", "höchstes Wetterrisiko" oder - bei der Orgabewertung - "beste Orga". Jede der drei großen Bewertungsblöcke, die nun kommen (Strecke, Wetter und Orga) besteht wiederum selbst aus vielen Einzelbewertungen, die ich auch (fast) alle hier veröffentliche. 

Zu den Strecken. Was die Härte dieser Rennen angeht, so sind die Einzelwertungen sehr unterschiedlich ausgefallen. In puncto Streckenlänge und Anteil der Steigungskilometer an der Gesamtdistanz sind Tour du Mont Blanc (irgendwie auch logisch) und der Alpentraum auf den vorderen Plätzen. Die TMB aufgrund ihrer extremen Länge und dem mit 55% höchsten Bergauf-Anteil, der Alpentraum aufgrund der Streckenlänge bei immerhin noch knapp 30% bergauf. Beim Alpentraum kommen zur Härte jedoch die sehr Kräfte zehrenden Flachstücke hinzu, die in dieser krassen Form bei keinem der anderen Rennen zu meistern sind. Nur unwesentlich weniger "hart" Gold-Runde des Alpenbrevet und der Ötzi, die mit 2,3 und 2,7 noch immer ansehnliche Noten erhalten. (jeweils Note 1,3 für TMB und Alpen-Traum).



So kann man sich der "Härte" annähern: Distanz und Steigung
sind wichtige Indikatoren. Sicher aber noch viel zu ungenau: Deshalb betrachte ich noch den Anteil
der Steigungskilometer an der Gesamtlänge sowie
die durchschnittliche Steigung aller großen Anstiege.

Gerade für einen 63-Kilo-Hämpfling wie mich, der im Prinzip über keinerlei Körperfett verfügt, ist das Wetter eine der ganz entscheidenden Größen. Ist es kalt und friere ich, muss mein Körper überproportional viel Energie aufwenden, um mich warm zu halten - das bekannte Zittern. Energie, die mir dann am Ende natürlich in den Beinen fehlt. Wenn es dazu dann noch regnet, ist für mich alles aus: Ich habe bisher keine Rennbekleidung entdecken können, die komplett wasserdicht ist. Schon nach wenigen Minuten Regen ist man deshalb komplett durchnässt. Wenn es nun noch dazu kalt ist, ist die Katastrophe vorprogrammiert.
Oder sagen wir so: Wird das Rennen richtig hart.

Ich frage bei den Organisatoren der vier Rennen nach den Wetterdaten der letzten 5 Austragungen (wobei die Ausnahme der Alpen-Traum ist, den es ja erst seit 2 Jahren gibt). Ich kann so auf einer Skala von 1 bis 6 das Wetterrisiko bewerten, wobei die 1 für "nass & kalt", die 6 für "warm & trocken" stehen, die Noten dazwischen für "wechselhaft - eher schön" als 4, und "wechselhaft - eher unschön" als 3 gelten.

Vielen Dank an Ernst Lorenzi, dem Organisator des Ötzi, an Michael Schild vom Schweizer Alpenbrevet sowie an Laura Dufour von der Tour du Mont Blanc: Sie geben mir bereitwillig und sehr detailliert Auskunft. Da ich bei den beiden Alpen-Traum Austragungen dabei war, sind diese Daten schnell erhoben - ich muss mich nur selbst erinnern.



So war das Wetter der 4 Rennen in den letzten 5 Jahren.

Schaue ich mir diese Statistik an, so haben vor allem der Ötztaler Radmarathon, gefolgt von der Tour du Mont Blanc nach meiner Skala dabei das höchste Risiko, eine eher nasse und kalte, daher "harte", Rennerfahrung zu machen, Alpenbrevet und Alpen-Traum können als risikofreier mit Aussicht auf "eher schöne, wenn auch stellenweise wechselhafte" Rennen angegangen werden.

Sicher, diese Bewertung weist Schwächen auf: So ist bei solch langen Rennen natürlich immer die individuelle Geschwindigkeit - und damit die Renndauer - entscheidend. Mitstreiter beim diesjährigen Ötztaler Radmarathon zum Beispiel, die um die 8 Stunden finishen konnten, hatten das Glück dem fiesen Starkregen der 2014er-Ausgabe halbwegs zu entkommen. Langsamere Fahrer, wie ich, die 11 bis 12 Stunden gebraucht haben, sind mitten auf dem Timmelsjoch in die nass-kalte Regensuppe gekommen. 

Alles in allem aber kann ich folgende Endnoten, was die "Wetterhärte" der Rennen angeht, vergeben:



Das Risiko, ein "hartes", weil nasses und kaltes, Rennen zu erleben, ist beim Ötzi und der TMB am höchsten.

Ich kann sagen, dass 2014 aufgrund der oftmals bescheidenen Wettersituationen für mich bei meinen Rennteilnahmen eher eine nasse, kalte Saison war: Perfekt zwar für unseren neuen Teamsponsor, DuraCase - schocksichere, wasserdichte und temperaturbeständige Cases für das iPhone mit 3facher Batteriekapazität. 

Und dennoch, nie waren die richtige Bekleidung und vor allem die mentale Einstellung bei diesen - durch das Wetter - harten Rennen wichtiger, als in dieser Saison. Auch deshalb möchte ich an dieser Stelle noch einmal eindringlich - vor allem den Erstteilnehmern - raten, zu diesen Events voll ausgestattet mit warmen, (halbwegs) wasserdichten Klamotten anzureisen. Auspacken geht immer - frierend und zähneklappernd auf 2.500 Metern Höhe ein DNF hinzulegen ist, gerade bei dem hohen Aufwand bei diesen Rennen, ein sehr demotivierendes Erlebnis. Da weiß ich genau, wovon ich spreche ...

Top-Organisation auf hohem Niveau: Was bieten die Alpen-Rennen vor, abseits und nach dem Event?


"Was hat denn die Anmeldung oder ein Starterbeutel mit der Rennhärte zu tun?!?", höre ich schon Einige poltern. Gute Frage. Sportlich gesehen nichts, sicher. Doch ich finde, die Qualität einer Veranstaltung muss sich auch an der Qualität aller Service-Leistungen rund herum messen lassen, denn was nützt mir die "härteste" Strecke, wenn ich beschissene Labestationen habe? Was die längste Strecke, wenn diese unzureichend beschildert ist? 

Sicher, die Orga ist von allen drei Teilfaktoren, die ich bewerte, der am wenigsten wichtige für eine Bewertung der Härte. Deshalb geht diese auch nur mit 15% in die Gesamtnote ein. Wetter und Streckenhärte übrigens mit 35% beziehungsweise 50%.

Wenn ich mir also die Orga anschaue, dann sind hier durchweg gute Noten vergeben worden - 2,0 bis 2,7. Keine Veranstaltung, die auf diesem Gebiet echte Mängel hätte. Dennoch gibt es Unterschiede. So kann der Ötztaler Radmarathon eindeutig diese Teilkategorie gewinnen, weil er neben der besten Website und der besten Informationspolitik die beste Infrastruktur am Event-Ort, ein wirklich großartiges Rahmenprogramm (auch für Nicht-Teilnehmer) und die beste Strecken-Logistik (Laben, Sicherheit usw.) bietet. Unerreichtes Spitzenniveau auch dank der Vollsperrung der Strecke.



Bei der Organisation macht niemand den Söldenern etwas vor. 
Der Ötztaler Radmarathon ist ein 5-Sterne-Rennen.

Auch das Alpenbrevet bekommt eine sehr gute Note - nicht unbedingt des Starterbeutels, der Website oder des Rahmenprogramms wegen, sondern vor allem durch das extrem attraktive Startgeld (nur 80 €!) sowie eine durchweg gute Streckenbetreuung. Zudem ist das Starterfeld angenehm klein, sodass man während des gesamten Rennens zwar niemals alleine fahren muss - aber auch nicht die Massen eines (Bsp.) Nove Colli zu ertragen hätte.

Etwas abgeschlagen die Tour du Mont Blanc: Diese Veranstaltung ist natürlich mit ihren knap 400 verwegenen Teilnehmern viel zu klein, als dass es sich hier lohnen würde, einen solch großen Aufwand für das "Drumherum" zu fahren. Hier steht eindeutig der Sport im Mittelpunkt und alle Punkte rund um diese Kategorie bekommen auch durchweg gute und Bestoten. Ich möchte hierbei als Schleckermäulchen dennoch nochmals das fantastische und in dieser Kategorie unerreicht geniale Finisher-Büffet erwähnen: Kulinarisch kommt da keines der drei anderen "großen" Rennen ran!

Doch schauen wir uns nun einmal jedes der vier Rennen im Einzelnen einmal genauer an ...

Das Alpenbrevet: Ein Top-Event in den Schweizer Hoch-Alpen.


Das Alpenbrevet wird vom Schweizer SwissCycling-Verband nun schon seit 2003 organisiert. Das Rennen erfreut sich demnach vor allem bei Teilnehmern aus den umliegenden Kantonen, vielen Italienern und Franzosen großer Beliebtheit - findet aber auch eine große Teilnehmerschaft, die sich aus deutschen Landsmännern rekrutiert.

Das Rennen kann in 3 Strecken gefahren werden. Vorsicht: Alle 3 Strecken sind für sich genommen wirklich hoch anspruchsvoll. Die Silber-Runde, mit 3 Pässen und 3.800 Höhenmetern auf 132 Kilometern kann sich zum Beispiel locker mit einem Dreiländergiro messen. Die Gold-Runde, die ich gefahren bin hier geht es zum Rennbericht des Alpenbrevet, wartet mit 4 Pässen auf 5.400 Höhenmetern auf 172 Kilometern auf - ein harter Brocken! Und für ganz Verwegene der Ritterschlag: Die Platin-Tour hält ganze 5 Pässe mit insgesamt 7.100 Höhenmetern auf sage und schreibe 276 Kilometern bereit!

Ich war 2014 für die Platin-Runde angemeldet, hatte aber nur Power für die Gold-Tour, die ich hier bewerte.

Die Strecke
Die 4 Pässe (Grimsel, Nufenen, Gotthard und Sustenpass) sind alle in ihrer Anlage her unterschiedlich anspruchsvoll. Der Grimsel ist lang, nur oben kurz steil, der Nufenen kürzer, dafür giftig, Gotthard durch das Kopfsteinpflaster technisch anspruchsvoll und der Susten dann nie enden wollend. Das Peloton durchquert eine wunderschöne Landschaft - die Schweizer Berge wirken auf mich "kompakter", die Täler tiefer und daher alles etwas überwältigender, als beispielsweise in Tirol, wo man die Höhe nie so richtig merkt. Die Gold-Runde killt einen nicht - verlangt aber zweifellos einen gut trainierten Fahrer mit richtig Stamina.
Wer Platin fahren will, der muss richtig Speed drauf haben: Das Time-Limit ist unerbittlich (ich kam 15 Minuten zu spät).



Besondere Highlights
Als absolutes Highlight habe ich den Gotthard-Pass empfunden. Durch das Val Tremola die alte Postkutschen-Straße hinaufzufahren - knapp 10 Kilometer auf Pflasterstein - ist sehr (vor allem kopfmäßig und fahrtechnisch) anstrengend, zuweilen nervig, aber wirklich richtig beeindruckend. Toll ist auch, dass man ohne Probleme die Strecke wechseln kann, ohne aus der Wertung zu fallen: So haben wir es gemacht. Für Platin gemeldet, am Ende in Gold gefinished. 

Den Gotthard-Pass via Val Tremola: Mal "was anderes" ...

NoGo
Wirkliche NoGos habe ich keine, vielleicht nur die Warnung vor der Betonplatten-Abfahrt vom Nufenen-Pass: Hier beide Hände immer fest am Lenker halten, denn die Fugen zwischen den Platten können sich, vermutlich durch Temperaturschwankungen, zu kleinen Sprungschanzen aufwellen. Sturzgefahr!

Fazit
Eine wirklich anspruchsvolle (und für Platin-Fahrer hochanspruchsvolle, sehr fordernde) Runde. Das kleine Feld wirkt angenehm: Man ist zwar nie richtig allein, wird aber auch nicht von Massen á la Nove Colli oder Cyclassics zerquetscht. 

Startgeld & Anmeldung
Das Alpenbrevet kostet - Schnäppchen! - ab 80 Euro, die Anmeldung verläuft online ohne Probleme. Einen Startplatz-Run habe ich nicht erlebt, obschon das Teilnehmer-Limit von 2.500 Fahrern jährlich erreicht wird. Anmelden könnt Ihr Euch hier auf der Alpenbrevet-Website.

Der Ötztaler Radmarathon: Prestigeträchtiger Klassiker und ein Muss im Palmarés.


Der Ötzi ist das prestigeträchtigste Rennen der Alpen und der größte Name im Rennkalender. Selbst Nicht-Radsportler haben von diesem Rennen schon gehört und viele Ex-Profis wie zum Beispiel Jan Ullrich oder Jörg Ludewig lassen es sich nicht nehmen, hier Jahr für Jahr anzutreten. Seit wahnsinnigen 23 Jahren wird der Alpen-Klassiker im Skiort Sölden gestartet - knapp 5.000 glückliche Starter gehen hier auf die 238 Kilometer lange Strecke. Ich selbst konnte den Ötztaler Radmarathon bisher zwei mal bestreiten, 2012 und 2014, und muss zugeben: Auch ich bin Ötzi-süchtig.

Die Strecke
Beim Ötztaler sind 4 Pässe zu überwinden: Das steile Kühtai mit der sehr schnellen und anspruchsvollen Abfahrt, der flache, daher sehr schnelle Brenner-Pass, der Jaufen-Pass mit seiner Traum-Abfahrt und der König, der Scharfrichter: Das Timmelsjoch. Die Strecke ist meiner Meinung nach sehr gut und flüssig zu fahren. Kühtai, Jaufen und Timmelsjoch sind klassische Alpen-Pässe mit ihren Eigenheiten, die allesamt jedoch dem gut trainierten Radsportler keine Probleme bereiten sollten - wenn er sich das Rennen klug einteilt. Einzig der "harmlose" Brennerpass kann dem, der hier allzu übermütig Gas gibt, die Körner im Nu wegbrennen.


Besondere Highlights
Ganz besonders freue ich mich immer auf die Kühtai-Abfahrt, die extrem schnell ist. Hier kann ich 2012 auf 96 km/h kommen, was nicht mal Rekord ist. 2014 sollen hier 114 km/h erreicht worden sein. Dennoch Obacht: Dieses Downhill ist wirklich sehr gefährlich! 
Ganz krasse Einblicke bietet auch immer die letzte Labestation auf der Hälfte zum Endanstieg das Timmelsjoch hoch: Hier kann man rotgesichtig pumpende Teilnehmer beobachten, die sich voller Verzweiflung ihre Trink-Flaschen randvoll mit purem Red Bull füllen ...

Kühtai-Abfahrt: High Speed-Rausch mit Garantie.

NoGo
Richtig echte NoGos habe ich auch beim Ötzi keine. Nur vielleicht das Bedauern, dass aufgrund der hohen Nachfrage (über 20.000 Startplätze könnten vergeben werden) nur der eine Nummer bekommt, wer in den 2 Losverfahren gezogen worden ist. Hier kommt neben dem Prestige also auch noch das Glück zum Zuge, für einen Großteil der Angemeldeten leider jedoch nicht. Dennoch: Wer 3 mal nicht gelost wurde, bekommt beim 4ten mal garantiert seine Rückennummer.

Fazit
Ein rasantes Auf und Ab durch die Tiroler Alpen mit kurzem Intermezzo in Innsbruck. Sölden ist absolut perfekt auf die Radsportler abgestimmt, wer hier herkommt, den erwartet ein fehlerlos organisiertes Event, die mitreisende Familie wird mit einem tollen Rahmenprogramm unterhalten und die Glückshormone im Ziel sind unbeschreiblich. Ein absolutes Muss in einer Hobby-Radsportkarriere!

Der Traum eines jeden Hobby-Radsportlers: Ein Ötzi-Finish.

Startgeld & Anmeldung
Um in die Lostrommel zu kommen, sind zunächst 5 Euro einzuzahlen. Wird man nicht ausgelost, erhält man dieses Geld nicht zurück. Ab 2014 liegen die Startgebühren für den Ötzi mit 129 Euro auf einem hohen Niveau: Angesichts des Faktes, dass man hier aber eine perfekte Veranstaltung auf (einmalig bei Radmarathons!) komplett gesperrten Straßen fährt, halte ich diese Gebühren für okay. Die Anmeldung erfolgt auch hier bequem online auf der - mit Abstand besten - Internet-Seite des Ötztalers.

Die Tour du Mont Blanc: Geheimtipp für Ultra-Sportler.


Die Tour du Mont Blanc war mir bis wenige Wochen vor meiner Teilnahme noch kein Begriff. Das Rennen wird allerdings schon seit 5 Jahren im französischen Skiort Les Saisies in der Nähe von Megéve (gut von Genf aus zu erreichen) gestartet. Zum Einen mag diese in Deutschland relative Unbekanntheit darin begründet liegen, dass der Veranstalter - Sportcommunication, organisiert auch die La Marmotte - nicht allzu viel Werbung in Deutschland betreibt. 
Zum Anderen sehe ich den Grund für diese Unbekanntheit im Rennen selbst: Eine Renndistanz von insgesamt 330 Kilometer und die Summe von 8.000 Höhenmetern ist eben halt kein "Klacks". Die Zielgruppe dann dementsprechend beschränkt: 2014 gehen mit mir keine 400 Damen und Herren an den Start.

Die Strecke
Die blanken Zahlen treiben einem schon beim Lesen die Schweißperlen auf die Stirn, den Krampf in die Waden: 330 Kilometer, ein mal rund um den Mont Blanc. Dabei sind nicht weniger als 6 Pässe sowie der krasse Endanstieg hinauf nach Les Saisies zu überbrücken. Die 330 Kilometer kommen natürlich nicht ohne Flachstücke aus: So hat der Starter etliche Dutzend Kilometer im fließenden Verkehr auf teilweise stark befahrenen Straßen zu überbrücken, bevor es in den nächsten Anstieg geht. Ich selbst habe aufgrund des extrem schlechten Wetters (das Rennen wurde wegen eines schweren Gewittersturms abgebrochen, ich bin bei km 206 raus) nur 3 Pässe fahren können, kenne zwei der 3 ausstehenden aber schon aus früheren Rennen und kann nur sagen: Das Ding ist nichts für nicht wirklich exzellent austrainierte Radsportler!



Besondere Highlights
Besonderes Highlight war bei meiner Teilnahme die Organisation selbst. Die Firma Sportcommunication hat ein wirklich sehr engagiertes Team vor Ort, das sich schon im Vorfeld via E-Mail sehr intensiv und individuell mit meinen Fragen beschäftigt hatte: Dann die Herren und Mädels dort zu treffen, war etwas Besonderes. Die Atmosphäre bei der TMB ist deshalb sehr familiär, fast intim, was auch zum kleinen, aber angenehm ruhigen Skiort Les Saisies passt.

Streckenmäßig hat mich der Anstieg zum Col du Grand Saint Bernard hier geht es zum ganzen Rennbericht der Tour du Mont Blanc Cyclo total geflasht! Ganze 45 Kilometer bergauf tun richtig weh in den Beinen (und im Kopf!) und die 2.009 Höhenmeter, die man hier an diesem einen Pass sammelt, machen ihn zum "höchsten" aller Alpenpässe, was die hm angeht.




Auch hier musste ich stundenlang im Regen aushalten.

Besonders hervorheben möchte ich noch das Büffet nach dem Rennen: Eine solch üppige Auswahl an warmen und kalten Speisen habe ich seit der 4-Sterne-Tour Haute Route nicht mehr gesehen - Wow!

NoGo
Die Tour du Mont Blanc ist ein sehr kleines Rennen, bei nicht einmal 400 Teilnehmern kann der Veranstalter natürlich nicht die selben Leistungen bieten, die er bei einem Event mit mehreren tausend Teilnehmern locker finanzieren kann. Dennoch bin ich überrascht: Die Labestationen sind sehr gut ausgestattet und als dann gegen 18 Uhr das Rennen für alle Teilnehmer aufgrund des fiesen Wetters abgebrochen wird dauert es keine Stunde, bis alle Teilnehmer von den Begleitfahrzeugen eingesammelt und in Sicherheit gebracht worden sind. Einziges NoGo, das ich mir vorstellen kann: Wenn man genug trainiert ist, hier nicht teilzunehmen.

Fazit
Von allen vier hier beschriebenen Radmarathons (und sicher von allen, die mir überhaupt bekannt sind) ist die Tour du Mont Blanc sicher der härteste: Streckenlänge und Höhenmeter sind weit jenseits dessen, was man bei den anderen Rennen leisten muss - alles natürlich immer in Relation zu einem Zeitlimit, innerhalb dessen man sich bewegen muss. Wer die Platin-Runde des Alpenbrevet geschafft hat, wird selbst bei der TMB noch gehörig einen draufsetzen müssen: Startzeit dieses Rennens ist nicht umsonst 5 Uhr in der Früh!

Es gibt gerade bei schlechtem Wetter immer sehr haar(nadel)ige Situationen ...

Startgeld & Anmeldung
Die Startgebühr für die Tour du Mont Blanc beträgt 125 Euro (Early Bird, 205 Euro ab eine Woche vor Start). Die Anmeldung kann bequem online oder mit einem Fax geschehen. Vielleicht attraktiv für alle, die mal die TMB beschnuppern wollen, ohne sich gleich komplett kaputt zu fahren - es gibt die Möglichkeit, sich mit einem Fahrer die Strecke zu "teilen". Zwar nehmen wegen der aufwändigen Logistik nur wenige Staffeln teil, aber wer ein mal den Mont Blanc (halb) umrunden möchte, für den kann das eine attraktive Möglichkeit sein. Abgesehen davon sind die Alpen rund um den Mont Blanc wirklich wunderschön: Anders, als in Tirol, aber sehr schön!
Hier auf der Website könnt Ihr Euch anmelden.

Endura Alpentraum: Zum Saisonschluss mit Quäldich-Garantie.


Mit dem Endura Alpen-Traum verbindet mich eine Hassliebe. Dieses Rennen ist 2013 zum ersten Mal im bayrischen Sonthofen gestartet und seit dem zwei mal ausgetragen worden. Beide Male, leider, habe ich nicht die ganze Strecke geschafft: Beim ersten Versuch war es meine Psyche, die mich verlassen hatte, beim zweiten Mal der mangelnde Trainingszustand, der wieder nur ein Finish mit 1.500 Höhenmetern und 30 Kilometern zu wenig zugelassen hatte. Dennoch: Ich liebe den Alpen-Traum. Er ist ein ganz besonderes Rennen.

Die Strecke
Der Alpen-Traum ist deshalb schon etwas besonderes, weil er kein Rundrennen wie die anderen ist. Also nicht von A nach A, sondern von A nach B. Start ist hierbei immer Sonthofen im Allgäu. Wer sich für die kurze Strecke entscheidet, der startet im österreichischen Landeck. Neu: in 2015 soll es zur dritten Ausgabe noch eine Kurzdistanz geben, dazu gibt es allerdings noch keine Informationen.
Ich beziehe mich in diesem Beitrag auf die Langdistanz: 252 Kilometer mit 6.078 Kilometern und 6 Pässen, die es zu überbrücken gilt. 



Mit einem Satz: Der Alpen-Traum ist einfach nur richtig krass! Abgesehen von den reinen Streckendaten, die schon "schlimm genug" sind, spielt das (anfangs des Rennens bisher immer widrige, dann "zu gute", weil sehr heiße, Wetter) eine entscheidende Rolle. Hinzu kommt, dass die ersten 5 Pässe allesamt nicht die großen Namen sind - dafür umso krasser. Vor allem Hahntennjoch und mehr noch die extrasteile Pillerhöhe fordern Kletterstärke par excellence. Dass mit dem Umbrail & später Stelvio sowie dem 15 Kilometer langen, richtig fiesen Endanstieg ins Ziel nach Sulden nochmal böse Steigungen warten, sollte hier genug Info sein. Mehr zu den Strecken findet Ihr in meinen Rennberichten: Hier von der ersten Ausgabe des Alpen-Traums 2013 und hier von der letzten Alpentraum-Ausgabe 2014

Besondere Highlights
Beim Alpen-Traum DAS Highlight herauszupicken ist schwer. Denn das Rennen hält so viele bereit: Seien es die - nennen wir sie mal - "Schmankerl" der Strecke, zum Beispiel mal durchgängig zweistellige Prozente die Pillerhöhe hinauf, sei es der Wetterwechsel von Kaltnassbibber am Start zu Heißesonneschwitzen ab Norbertshöhe oder eben das Finish unter dem Ortler, Tirols höchstem Berg. 
Besonders schön finde ich immer noch den Bustransfer am nächsten Morgen zurück nach Sonthofen: Hier kann man auf der 3- bis 4-stündigen Fahrt noch einmal große Teile der Strecke beschauen ("Ach, so steil ist das hier?!?") und sich in Fachsimpeleien mit anderen Teilnehmern ergehen.

Wer den Reschensee umrundet hat schon viel geschafft.
Und den richtigen Klopper noch vor sich: Umbrail.

NoGo
Für viele (auch meiner Leser) ist die komplizierte Logistik des Alpentraums ein NoGo: Anreise nach Bayern, dann Finish in Italien, kostenpflichtiger Bus-Transfer zurück und dann wieder Abreise. Komplizierter als bei den Rundrennen. Und teurer. Für mich jedoch kein NoGo: Ich finde es ausgesprochen cool, mal eine Strecke und keinen Kreis zu fahren.
Erwähnenswert ist noch das Wetter: Bisher wurden wir bei allen Ausgaben richtig nass. Es war beim ersten Mal sehr kalt, beim zweiten Mal erträglich, dennoch frostig. Ab Tirol wird es dann warm. Sogar heiß. Also: Alles an Klamotten mitnehmen, was geht. Besonders erwähnenswert finde ich noch das Hahntennjoch, genauer, die Abfahrt. Die ist sehr schnell und sehr gefährlich. Hier auf jeden Fall extrem aufpassen! Und noch eine letzte Warnung: Die "Flachstücke" des Alpen-Traum, die nicht wirklich flach sind, sondern fiese Auf-und-Ab-Wellenbäder, ziehen richtig Körner - können aber auch entscheidend sein, ob man das Zeitlimit schafft oder nicht. Hier gilt es, mit viel Kraft-Ausdauer eine hohe Speed zu halten und dabei doch genug Energie für die echten Anstiege aufzusparen.

Fazit
Ein ganz besonderes Rennen, das in seiner Streckencharakteristik wohl einzigartig ist. Die Idee, in einem Tag durch die Alpen zu fahren, ist hier wunderbar umgesetzt. Auch wenn die Organisation manchmal etwas komisch wirkt: Vor Ort ist alles prima, die Laben sind super und die Güte der Orga einwandfrei. Der Alpentraum ist ein Rennen, das ein Riesenpotenzial zu einem Klassiker hat - obschon es aufgrund seiner Härte wahrscheinlich eher nicht zu einer solchen Breitenwirkung wie die des Ötztalers reichen wird. Muss es aber auch nicht - in 20 Jahren wissen wir mehr.


Der höchste Berg Tirols: der Ortler. In seinem mächtigen Schatten endet der Alpen-Traum.

Startgeld & Anmeldung
Das Peloton darf - auf allen 2 (ab 2015 dann 3) Strecken - die 1.500 Teilnehmer nicht überscheiten. Leidlich ausgebucht waren die ersten beiden Ausgaben, noch ist also kein "Run" auf die Startplätze zu verzeichnen. Die Teilnahme am Alpen-Traum (lange Strecke) kostet 125 € (für die kurze Distanz 75 €), was ich für einen im Vergleich absolut fairen Preis halte. Der Bus-Transfer zurück nach Sonthofen am nächsten Tag kostet 65 €. Auch dies ist, gemessen an Streckenlänge, Fahrtdauer und Aufwand (separater Bike-Transport mit LKW in eigenen Boxen) meines Erachtens angemessen. Zwar kommt man so auf einen Gesamtpreis von 190 € - und hat damit das teuerste Rennen der vier - aber wie schon gesagt, der Alpen-Traum ist eben etwas besonderes.
Anmelden könnt Ihr Euch auch hier bequem online auf der Website des Veranstalters.


Mein Fazit: Was ist nun der härteste Alpen-Radmarathon?


Tja. Das ist nun eine sehr schwierige Entscheidung. Denn alle vier Rennen sind einfach nur Klasse - jedes auf seine Weise. Anspruchsvoll, höchst anspruchsvoll, sind sie allemal. So macht Ihr also erstmal keinen Fehler, wenn Ihr Euch bei einem der vier anmeldet: Ich kann wirklich alle diese Rennen empfehlen. Und wie wir am Anfang dieses Artiikels festgestellt haben: Härte ist vor allem immer eine persönliche Angelegenheit. Ihr könnt Euch den Ötztaler Radmarathon mit "nur" 5.500 Höhenmetern sehr viel härter gestalten, als die 8.000 Höhenmeter der Tour du Mont Blanc. Einfach, indem Ihr härter fahrt. 

Doch ich möchte nun eine Entscheidung treffen, die hiervon unberührt bleibt. Denn es gibt natürlich Unterschiede: Feine Nuancen und große Differenzen. Meine (nochmal: subjektive!) Endbewertung, die aus den Teilkriterien Strecke, Wetter und Orga besteht, gewichte ich so, dass die Streckenhärte mit 50%, das Wetter mit 35% und die Orga mit den restlichen 15% in die Note eingehen.


Meine Top 4 der härtesten Alpen-Rennen im Radsport-Kalender sieht deshalb wie folgt aus: 


Der härteste Radmarathon in den Alpen ist meiner Meinung nach die Tour du Mont Blanc mit einer Gesamtnote 2. Eigentlich war dieses Ergebnis vorhersehbar, denn bei 330 Kilometern mit 8.000 Höhenmetern bleiben eigentlich keine Fragen offen. Zwar hat die TMB mit durchschnittlich 5,8% die "leichteste" Strecke, was den Overall-Gradienten angeht, doch mit 180 von 330 Kilometern sind hier 55% Steigungsarbeit zu leisten - Hammerwahnsinn!




Gleich dahinter - und das nur knapp - folgt der Endura Alpen-Traum als zweit-härtester Alpen-Radmarathon mit einer Gesamtnote von 2,5. Zwar liegt der Alpentraum auf der selben Endnote wie der Ötztaler und hat "nur" knapp 70 Steigungskilometer, verglichen mit den über 90 beim Ötztaler - doch Ausschlag gebend für mich sind die wesentlich höheren Höhenmeter sowie der durchschnittliche Overall-Gradient von 7,45% des Alpen-Traum. Abgesehen davon, verlangt der Alpen-Traum aufgrund der vielen langen und sehr schweren Flachstücke den kompletteren Fahrer.




Auf Platz 3 folgt der Ötztaler Radmarathon, der ebenfalls eine hervorragende Note 2,5 erhält. Eine sehr anspruchsvolle, hochattraktive Strecke sowie ein Anteil von knapp 40% Steigungskilometer an den knapp 240 Gesamtkilometern machen den Ötztaler zu einem wirklichen Kracher. Hinzu kommt die mit Abstand beste Organisation aller vier Rennen und das hohe Prestige, das dieses Rennen auszeichnet.



Den in meiner Hitliste zwar letzten, aber alles andere als "letzten", Platz macht die Gold-Runde des Alpenbrevet im schweizerischen Meiringen. Zwar ist die Strecke mit einem 43%igen Steigungsanteil auf Platz 2, sind die 5.400 Höhenmeter nur unwesentlich weniger als beim Ötzi und der Overall-Gradient mit 6,45% ebenfalls auf Platz 2, ebenfalls alle Orga-Werte, die dem Alpenbrevet den zweiten Rang in dieser Teilkategorie bescheren, hier ist es vor allem das Wetter-Risiko (also die Aussicht auf eher schönes Wetter - damit weniger Härte), das die Gesamtnote auf 3,0 gezogen hat. 


Nichtsdestotrotz: Eine Teilnahme am Alpenbrevet kann nicht nur wegen der wirklich harten Strecke, sondern auch wegen der wesentlich entspannteren Startplatz-Situation eine echte Alternative zum Ötztaler Radmarathon sein. Und hierbei auch nicht vergessen: Ich meine hier "nur" die Gold-Runde. Wer die Platin-Runde mit über 7.000 Höhenmetern in Angriff nimmt, bekommt potenzierte Härte!

Ich hoffe, ich konnte Euch mit meiner Analyse ein bisschen bei Eurer Event-Suche für die nächste Saison unterstützen. Egal, für welches Ihr Euch am Ende entscheidet: Ihr meldet Euch bei allen 4 Rennen auf jeden Fall bei wirklich krassen Veranstaltungen an, die Euch als Radsportler an Eure physischen und auch psychischen Grenzen bringen werden. Garantiert! 

Alle vier Alpen-Radmarathons sind die Cremé dessen, was ich bisher fahren konnte - sie bieten alle für sich ganz individuelle Eigenheiten und Nuancen, bewahren so einen eigenen Charakter, stehen für sich allein und sind ganz eigene Marken.

Ich wünsche Euch bei Eurer Teilnahme an diesen - und allen anderen - Events alles Gute, gute Beine, ganz viel Spaß, eine tolle Finisher-Zeit und vor allem: Kommt safe wieder über die Ziellinie!




Welche Alpen-Rennen findet Ihr, sind für Euch die "härtesten"? Welche anderen Events könnt Ihr noch empfehlen oder welche (anderen?) Bewertungskriterien sind Euch am wichtigsten? Ich freue mich wie immer über Eure Comments.

Quellen für Höhenmeterangaben und weitere Daten: Eigene Rennteilnahmen und Messungen mit DuraCase/Apps, Garmin, Quäldich.de und Wikipedia.





Du suchst Berichte von einer bestimmten RTF, einem Rennen oder Gran Fondo? Ich bin nunmehr fast 30 dieser Events im Rahmen des German Cycling Cup, der UCI-World Cycling Tour und des italienischen Prestigio-Gran Fondo Cup gefahren. Einfach hier klicken: Vielleicht findest Du in meinen Listen genau das Rennen, für das Du Dich interessierst?

Kommentare:

  1. Moin Lars.

    Ich werd mich dieses Jahr auch mal wieder um nen Ötzi Startplatz bewerben, einmal möchte ich ihn fahren.
    Aufgrund der schlechten Startplatzchancen und der weiten Anreise wirds jedoch bei einer Teilnahme bleiben. Alternativ wäre die Goldtour auch meine Kragenweite.
    Den Alpentraum bin ich letztes Jahr 2 mal (hin und zurück( gefahren. Dafür an 4 Tagen. Hat mir auch vollkommen gereicht. ;-)
    Ein Alpenhighlight pro Saison muss schon sein, aber noch lieber allein oder mit Freunden gleich ne ganze Woche. Meist fahr ich dann die jeweilige Tour Transalp nach. Die weite Anreise aus Hamburg macht dann einfach mehr Sinn. Bin ja auch eher "Genussradler" als Racer. Wobei dieses Jahr mal was ganz anderes ansteht. Eine Umrundung von Korsika. Inclusive Abstecher ins noch bergigere Hinterland. *Freu*

    Die meisten Marathons jedoch fahr ich in Deutschland. Da gibts auch sehr schöne die durchaus fordern. Wie die Adlerrunde im Harz, den Surm oder Rhön Radmarathon... Anmeldekosten liegen bei max. 40 Euro und die Anreise ist auch deutlich kürzer. Is ja schon teuer genug unser Hobby.

    Als Regenjacke kann ich übrigens die Castelli Pocket Liner empfehlen. Nicht billig, aber hält wirklich jedem Regen stand ohne das irgendwo Wasser reinkommt. Hals, Körper, Arme... alles bleibt schön trocken, nichts klebt Durch den verlängerten Rücken ist sogar der Hintern und die Hose geschützt. Dabei echt super zu tragen. Lediglich das Verstauen in der Trikottasche ist grenzwertig. Bei der günstigeren Muur soll das aber angeblich auch etwas besser gehen.

    Bin gespannt auf dein Programm fürs nächste Jahr.
    Du hast ja nun langsam wirklich alles durch ;-)

    LG
    Matty

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    1. hi matty,

      danke für deinen kommentar. ja, beim ötzi brauchste glück: ansonsten wie gesagt, fährst du mit der gold-runde wirklich richtig. wieso machste es nicht wie ich, meldest dich für platin an und entscheidest on the fly?

      ja, die saisonplanung 2015 läuft noch ... mal schauen.

      ich bin da wahrscheinlich genauso gespannt wie du :)

      LG & ride safe,
      L

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  2. Schöner Bericht, finde aber den Kommentar, dass das Zeitlimit beim Alpenbrevet für die Platinrunde zu hart (oder wie genau es auch immer formuliert war) nicht richtig. Ich habe es auf die Minute geschafft, aber nur, weil ich in den Abfahrten sehr ängstlich bin, sonst hätte ich locker Luft gehabt. Und halte mich für nicht extrem gut trainiert, da gibts bessere Jungs. Mit 73kg bin ich auch geradezu fett ;)
    Man braucht dieses Limit aber auch, denn ich kam gerade so mit der Dämmerung nach Meiringen, wer danach noch fährt riskiert echt was
    Ist halt eine Gratwanderung, nicht zu schnell anzufangen, aber schnell genug fürs Limit zu sein

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    1. hallo & danke für deinen kommentar.

      wie gesagt, was "hart" ist und was nicht, ist subjektiv. ist doch super, wenn das zeitlimit für dich kein ding war, das ist gut. ich habe während des rennens mit einigen teilnehmern gesprochen, die das limit auch eher als "sportlich" bezeichnet haben.
      nicht vergessen - ohne mimimi zu machen - dabei auch, dass ich in diesem jahr einfach total sch****e trainiert bin.

      na. die nächste saison kommt bestimmt.

      ride safe & grüße,
      L

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    2. danke für den tollen Bericht - ich habe beim Alpenbrevet den Einzelstart gemacht um 6:15 - dann klappt es auch besser mit der Platinrunde - vielleicht sehn wir uns nächstes Jahr bei der TMB
      Gruß Reinhold Wahl

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    3. moin reinhold. danke für den kommentar. beim alpenbrevet wollre ich auch 6:15 starten: wecker nicht gehört, ohne frühstück in panik zum start gehetzt... :)
      bis 2015, ride safe...

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