12. August 2013

Im Test: Rennradmantel Vittoria Rubino vs. Continental GP 4000 S

Ich fahre an meinem Cervélo S5 den Vittoria Rubino Pro Slick - eine Reifenwahl, die nicht ich, sondern mein Mechaniker für mich getroffen hatte, als er mir die Aero-Laufräder an das damals nagelneue Rennrad montierte. Öfter mal offen für Neues sein: Mal schauen, wie die sich so machen ...

Vittoria Rubino Pro Slick - ein toller Reifen für das Rennrad

Von der Performance bin ich angetan. Der Mantel fährt sich sehr smooth, ich kann eigentlich keine Unterschiede zum Conti GP 4000 S, meine normale Reifenwahl, feststellen. In Kurven, auch bei hohen Geschwindigkeiten, bietet der Mantel sehr guten Halt.


Oftmals fahre ich bei Nässe. Da sich mein Training momentan eher auf das doch recht monotone Auf und Ab am Waseberg beschränkt, sause ich so pro Trainingssession bis zu 15 Mal die steile Rampe von fünfzehn Prozent hinab. Bis zu 70 km/h werde ich auf dem kurzen Stück dann schnell. Unten muss ich dann - oft in beginnender Kurvenlage - das Rennrad auf unter 45 km/h abbremsen. Bei Nässe ein besonderer Spaß - zumal die Kurve nicht einsehbar ist, und gerne mal der Blankeneser Porsche-Club oder ein HVV-Bus diese etwas lässiger nehmen. Auf meiner Fahrbahnseite ...

Das Verhalten des Rubino Pro Slick ist dennoch tadellos: Nicht ein einziges Mal (und ich bin da bestimmt 1.000 Mal herunter gebrettert) bricht mir das Rennrad aus, nicht ein einziges Mal habe ich das Gefühl, auf dem Vittoria unsicher unterwegs zu sein. Auch und gerade bei Nässe. Die Bremswirkung ist wirklich gut.

Pannenschutz: Das schlagende Argument beim Rennradreifen-Kauf

Der Rubino Pro ist überraschend zäh. Da ich oft das S5 durch die Altonaer Partystraßen manövrieren muss, und dabei ab und zu den Glasscherbenhaufen nicht mehr ausweichen kann, mache ich mich bei jeder Fahrt auf den Platten gefasst. Doch das passiert nicht: Der Rubinio hält!


Zwar entdecke ich gestern beim Bike-Checkup für die Haute Route kommende Woche einige tiefe Schnitte (in denen noch kleine Scherbenfragmente steckten), aber auch bei der Inspektion der Innenseite des Mantels kann ich nur einen wirklichen Durchstich erkennen. Nicht schlecht!
Ich ziehe aber trotzdem den Conti GP 4000 S für die Haute Route auf.

Warum ich trotzdem den Conti GP 4000 S am Rennrad fahre

Warum? Den Conti fahre ich, seit dem ich mir das Cervélo gekauft habe. Bisher hatte ich auf über 20.000 Kilometern nur drei Platten. Drei Platten! Und die auch allesamt auf Überland-Radwegen zwischen Hamburg und Kiel. Selbst Schuld, wer Radwege mit dem Rennrad fährt.


Der Conti hat mich in noch keinem Rennen im Stich gelassen - egal, ob ich im deutschen German Cycling Cup, auf den miesen Straßen New Yorks, bei den großen Gran Fondos Italiens oder auch auf der Blankeneser Flaniermeile sprinte. Sie halten. Sie halten. Und halten.

Der Preis: Was kosten die Rennrad-Mäntel?

Unser Sport ist der schönste der Welt - leider aber auch ein teurer. Wer sich Vittorias raufziehen will, der kommt mit Preisen zwischen 22 und 30 Euro noch recht preiswert davon: Zumal es den Rubino Pro Slick in verschiedenen Farben gibt. Für die, deren Pneus farbliche Akzente am Rennrad setzen sollen.

Die Contis sind da schon etwas teurer: Mit 30 bis 40 Euro pro Mantel gehen die GP 4000er schon empfindlich an die magische 100 Euro-Grenze (inklusive Schläuche) für eine Neubereifung des Rennrades heran. Andererseits: Wenn diese Reifen dann auch länger halten ...?

Der Vittoria Rubino Pro Slick ist sicher ein super Rennrad-Reifen, den ich gerne bei meinen Trainings rund um Hamburg eingesetzt habe. Sicher ist es auch ein toller Wettkampfreifen. Aber bei einer langen Tour oder einem Etappen-Rennen, wie der Haute Route, möchte ich die Sicherheit meiner bewährten Continental GP 4000 S nicht missen.

Bin doch ein Gewohnheitstier.



Welche Erfahrungen habt Ihr mit Euren Mänteln? Ich freue mich auf Eure Comments.


Kommentare:

  1. Für mich sind der maximal mögliche Reifendruck, die Reifenbreite und
    das Gewicht ausschlaggebend. Contiental ist da im Schlauchreifensegment
    gut aufgestellt. Vittoria bietet mir auch bei Faltreifen hohe
    Faserdichten (z.B beim Open Corsa) und min. 10 Bar möglichen Druck bei
    dann sehr guten Rolleigenschaften (mit Latexschlauch). Dafür nehme ich
    auch gerne ein eingeringfügig höheres Gewicht (+55g) in Kauf. Die
    superleichten Versionen (Vit. Diamante Pro Light oder Schwalbe Ultremo ZX)
    kommen mir seit einem Reifenplatzer (ZX - in voller Fahrt) nicht mehr
    ans Laufrad.

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    1. danke für deinen comment,

      richtig: von den schwalbes hört man von rennradlern nie irgendwas gutes, komisch. dafür sind die im trekking- und tourensegment unschlagbar ...

      grüße & ride safe,
      L

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  2. Ernsthaft, Du fährst den Wase auch bei Nässe runter? Hab ich einmal gemacht und bin vor Schiss fast in der Mauer gelandet.

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    1. natürlich nicht in strömendem regen, aber bei nasser fahrbahn, ja.

      hatte da auch einige "situationen", aber alles immer im grünen bereich.

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  3. Antworten
    1. aus mangel an einer entsprechenden waage und der erfahrung, dass an meinem eh nicht so auf leichtbau orientiertem S5 das gewicht nicht so entscheidend ist, habe ich diesen faktor mal ausgeklammert.

      rein intuitiv würde ich den conti aber (leicht?) schwerer einschätzen, ganz einfach, weil mehr material für den pannenschutze verbaut ist.

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  4. Geht aber auch günstiger.
    Hier z.B. die Contis:

    http://www.bike-components.de/products/info/p16016_Grand-Prix-4000-S-2er-Set-Faltreifen-.html

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  5. Ich bin Anfang letzten Jahres eher durch Zufall bei meinem alten Stahlrenner auf den Schlauchreifen Sprinter von Continental gewechselt, weil in dem Laden, in dem ich sie gekauft habe, keine anderen Reifen verfügbar waren. Die hatten mit knapp 50,- € auch einen stolzen Preis, wie ich fand.

    Leider hab ich es nicht genau notiert, aber vorne habe ich mit dem Reifen gut 6.000 km runter ohne Panne. Hinten werden es so um die 2.500 km mit diesem Reifen sein. Dies hab ich ehrlich gesagt mit keinem anderen Model so erlebt. Kann natürlich Glück sein, klar. Aber bei der hier ebenfalls erwähnten Marke hatte ich Pannen am laufenden Meter.

    Ich glaube die paar Euronen mehr, sind gut investiertes Geld. Auch wenn ich mit den aktuellen Schlauchreifen von Continental noch keine Panne gehabt habe, werde ich mir jetzt ein neues Set Sprinter Schlauchreifen von Continenal gönnen, da die Reifen bei der Kilometerleistung doch nun schon arg abgenutzt sind. Für die Qualität geb ich aber das Geld gerne aus.

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    1. moinsen,

      jo, schlauchis sind ne alternative. wenn man kleben kann :-)

      grüße & ride safe.

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  6. ein quasi neuer 4000s ist mir vor der Kurve beim bergabfahren geplatzt. Schaden: etliche hundert euro. (Rad + Klamotten). Ich selbst hatte Glück, und kam mit Schürfwunden davon. Seither fahre ich die Rubino pro.

    p.s.: es war der vordere ...

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  7. moin und erst mal danke für deinen kommentar.
    das ist natürlich sehr ärgerlich! hast du den mantel mal untersucht, ob du evtl auf etwas spitzes gefahren bist? kann leider immer passieren: 100%ige sicherheit gibts nicht.
    hoffe, du hast nicht zu viel schaden genommen.
    ride safe,
    L

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    1. Ich wüsste jetzt nicht, wie ich da noch herausfinden will, ob ich auf was Spitzes gefahren bin ...
      hier die Bilder vom Mantel:
      http://s14.directupload.net/file/d/3441/yu7794mj_jpg.htm
      http://s7.directupload.net/file/d/3441/jxq9swi4_jpg.htm
      http://s1.directupload.net/file/d/3441/5h5t2kru_jpg.htm
      http://s7.directupload.net/file/d/3441/ifizajhi_jpg.htm
      http://s1.directupload.net/file/d/3441/xjq32s6f_jpg.htm
      http://s1.directupload.net/file/d/3441/os4wspy6_jpg.htm

      mit nem lauten Knall ist die Karkasse aufgerissen.
      War ein schmales, kurvenreiches Strässchen, an welchem kaum zwei Autos aneinander vorbeifahren können - ziemlich in der Pampa (Voralpenland, Bodenseegegend). All zuviel Müll liegt auf den Strassen da eigentlich nicht rum. Platten bekomme ich hier nur in der Stadt - am "Stadtrennrad", wenn ich täglich zum Bahnhof fahr.

      ...und selbst wenn ich über was Spitzes fahr: dann geht halt die Luft raus, aber es platzt mir nicht gleich der Mantel.

      Die 200-300km, die ich mit den 4000s (25er) bis zum Platzen zurückgelegt hatte, fand ich den Reifen auch gut - und schön komfortabel. Aber seither bevorzuge ich einen Reifen, welcher über höher zugelassenen Druck verfügt.

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  8. Hallo Lars.
    Möchte mich herzlich bedanken. Habe mir den Rubino Pro im Sonderangebot als Trainingsreifen gekauft. Dein Blog zu diesem Thema hat mich vorsichtig im Umgang mit diesem Reifen gemacht. Gestern, bei Nässe, rutschte mir in einem Kreisverkehr ganz plötzlich, bei ca. 20 Km/h das Vorderrad weg. Zum Glück war ich ja vorgewarnt und so konnte ich das Rad gerade noch auffangen. Das ist mir dann gestern bei Regen mehrmals passiert. Interessanter Fahrtechniklehrgang, wenn man darauf vorbereitet ist.
    Ansonsten fährt sich der Rubino im Verhältnis zum Continental GP 4000 S ziemlich komfortabel, wenn man noch von Komfort sprechen kann, wenn das Vertrauen in den Reifen nicht mehr gegeben ist.
    Gruß aus Berlin, Manolis

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  9. meine Erfahrungswerte beim Rubino
    harte Karkasse ,schnelles abrollen,
    bei Nässe neigung zum ausbrechen hinten in Kurven
    wenn man ihn kennt is man vorbereitet
    benutze ihn aufm Trainingsrad
    ansonst benutz ich den 4000S er dämpft mehr(weiche Karkasse)
    wobei ich mit meinem allerersten Satz Conti nur Pech hatte
    er faserte von Anfang an und hatte mit ihm endlose Platten (Schnitte)
    was ich auf die verschmutzte Straße(März)zurückführe
    die nächsten Sätze warn okay
    einen Schwalbe hab ich erst nie probiert wegen der oben aufgeführten Gründe
    Fazit: Vittoria guter Trainingsreifen gute pannensicherheit/günstig
    4000S mein absoluter Favorit
    gruß aus Saar-Lor-Lux mavics

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  10. Auch mir ist ein conti 4000s bei meinem neuen rad geplatzt nach 1000 km fahrt (hinten) geplatzt. Ansonsten fahre ich seit mehr als 10 jahren den rubino pro.
    Vorher conti grand prix. Vorteile des rubinos: höher druck und wesentlich längere laufleistung. Ich habe häufig alte reifen mit mehr als 5000 km laufleistung noch auf mein schlammrad aufgezogen und dann noch mindestens 2000 km abgespult. Contis halten durchschnittlich 2500 bis max. 3500 km.
    Aber auch beim rubino gilt, nach der ersten panne wechseln., sonst hat man nach spätestens 100 km die nächste.
    Gruss von uwe aus GE

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