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9. März 2015

"Wie viele Berge sind an einem Tag hier im Hochschwarzwald drin?" - Interview mit dem Macher des Schwarzwald Super!-Radmarathon, Deutschlands neuem, härtesten Rennrad-Event.


Dass ich eine besondere Liebe zu den Bergen habe, in denen ich mich mit meinem Rennrad austoben kann, das sollte bekannt sein. Es soll möglichst alpin zugehen, gern steil, gern hoch - und gern krass. Vielleicht war es diese Liebe zu den Rampen, die Christoph Hammann-Kloss dazu bewogen hat, mich anzusprechen, den Schwarzwald Super! kennenzulernen. Schwarzwald Super! - nie gehört. 

Ein kurzer Check: Oha! Ganze 6.300 Höhenmeter auf der Gold-Strecke machen dieses Event dann wohl zum härtesten Radmarathon Deutschlands. Dass es dieses Event erst seit 2014 gibt und es die Idee von zwei Radsport-Freaks ist, war für mich Grund genug, den Veranstalter und Vater dieses Radmarathons zu interviewen.

Was ist der Schwarzwald Super! - und warum gleich so krass?

Lousy Legs: Christoph, die blanken Zahlen Eures Radmarathons sind schon sehr beeindruckend: 4 Strecken habt Ihr im Angebot, dabei mit der Gold-Runde eine 260 Kilometer lange und ganze 6.300 Höhenmeter messende Monsterrunde auf die Beine gestellt - was ist das, dieser Schwarzwald Super!?


Christoph: (etwas verlegen) Ja, also es war eigentlich nicht unsere Absicht, gleich den bösesten deutschen Radmarathon auf die Beine zu stellen. Zusammen mit Johannes, meinem Sportsfreund und Mitorganisator des Schwarzwald Super!, haben wir uns damals die Frage gestellt, wie viele Berge man eigentlich an einem Rutsch hier im Hochschwarzwald mit dem Rennrad fahren kann. Herausgekommen ist der Schwarzwald Super!. Wir waren am Ende auch ein bisschen überrascht, dass es dann gleich über 6.000 Höhenmeter wurden ...



Der Hochschwarzwald: Und da sage mal einer, Rennradfahren in 
Deutschland sei "piefig"?!


Lousy Legs: Der "Höhenrekord" spielte also primär keine Rolle bei der Planung des Events? Immerhin legt Ihr zum Endura Alpentraum hier geht es übrigens zu den Rennberichten meiner Teilnahme von 2013 und 2014 noch einmal locker 280 Höhenmeter drauf. Ganz zu schweigen vom Schwarzwald Ultra Rad Marathon (oder auch SURM genannt), der auf der längsten Strecke immerhin schon 4.070 Höhenmeter bietet ...

Christoph: Nein, denn wir hatten wirklich nur die Idee, eine Strecke zu kreieren, die möglichst viele - am besten alle - der tollen Berge hier im Hochschwarzwald mitnimmt. Sie sollte zudem an einem Tag fahrbar sein. Das ist dann am Ende, als wir die GPS- und Höhendaten hatten, eben so raus gekommen. Uns war vor allem wichtig, ein tolles Event nach unseren Wünschen zu entwickeln: Die Natur, die Ausblicke und vor allem das Erlebnis dieser wundervollen Gegend hier stehen im Vordergrund. Dass es am Ende Deutschlands höchster Radmarathon wurde ... nehmen wir dabei natürlich gern mit.


Klettern bis zum Umfallen: Beim Schwarzwald Super! ist das Programm.

Lousy Legs: Und da habt Ihr Euch einfach gefragt, wie viele Berge man hier an einem Tag schafft und ...

Christoph: ... und haben uns an die Planung gemacht, ja. Schafft man 3, 4 Berge? Oder eben 5, 6 oder gar 8? Das war vor 4 Jahren so unser Hauptthema. Johannes und ich sind dann losgezogen und haben mit den Rennrädern aber auch mit dem Auto die Streckenabschnitte, die verschiedenen Berge und Anstiege, inspiziert und so die Strecke zusammen gestellt. Es gibt hier so viele tolle Rampen, herrlich, die Ausblicke - der Hochschwarzwald ist ein wundervolles Naturerlebnis. Wir wollten genau das vermitteln - und einen Radmarathon von 200 bis 250 Kilometern Länge machen.

Ein junger Radmarathon: Den Schwarzwald Super! gibt es erst seit 2014

Lousy Legs: Im letzten Jahr ging es dann endlich los. Die erste Ausgabe. Wie viele Starter hattet Ihr? 


Christoph: Wir hatten 35 Starter. Sogar 2 oder 3 Damen. (er lacht) Das ist natürlich eine Super Frauen-Quote. Aber im Ernst: Wir hatten nur hier in einigen Läden in Freiburg und Umgebung ein bisschen bescheidene Werbung gemacht, in unserem Freundeskreis herumgefragt und ganz wenig in Foren und Sozialen Netzwerken gepostet. Die 35 Leute waren genau die richtige Größe für die erste Ausgabe: Nicht gleich am großen Rad drehen, eher testen, viel mit den Teilnehmern sprechen, Fehler und Potenziale suchen. Ambitionierte Ziele hatten wir 2014 keine - es war uns eher wichtig zu schauen, ob die Strecken stimmen, ob die Verpflegung und Service gut angenommen werden und zu testen, wie sich die Teilnehmer beim Fahren so fühlen.


Christoph und Johannes hoffen vor allem auch auf viele
weibliche Teilnehmerinnen.

Lousy Legs: Und wie war das Feedback?

Christoph: Total super! Wir haben eigentlich nur "Beifall" bekommen und wirklich wertvolle Hinweise, bei einigen Details hier und da an Schräubchen zu drehen. Aber ansonsten: Super Simmung, alle waren am Lächeln und hatten Spaß.

Lousy Legs: Und die DNF-Quote ... bei 6.300 Höhenmetern immerhin keine unwichtige Frage.

Christoph: Da wirst Du staunen - die liegt bei 0 Prozent! Tatsächlich ist nur ein Teilnehmer wegen eines technischen Defektes nicht ins Ziel gekommen, alle anderen rollten glücklich und zufrieden über die Ziellinie. Sogar ganze zwei Drittel aller Teilnehmer - und das finde ich noch heute das Coolste überhaupt - die sich für die Silber-Strecke angemeldet hatten, sind im Laufe des Events auf die lange Gold-Strecke gewechselt. Und wie gesagt - alle ins Ziel. Wahnsinn, oder?

Lousy Legs: Wow! Wenn ich mir da die DNF-Zahlen vom Endura Alpen-Traum anschaue ...


Haben alle durchgehalten - alle Teilnehmer kommen 2014 ins
Ziel. (technischer Defekt ausgenommen)

Christoph: Na, die beiden Events kann man kaum miteinander vergleichen. Das war ja, so wie ich Dich verstehe, auch Deine Erfahrung beim Alpen-Traum, dass vor allem das nass-kalte Wetter, die sehr steilen Anstiege und die Zwischenstücke Dich fertig gemacht haben. Beim Schwarwald Super! spielen diese Faktoren keine so wichtige Rolle. 

Lousy Legs: Wie ist denn das Wetter 2014 gewesen?

Christoph: Wie Du an den Fotos sehen kannst - traumhaft! Wir hatten milde 20 Grad. Den ganzen Tag über Sonne mit wenigen Wolken und es blieb trocken. Perfekt, oder? Zudem sind unsere Berge nicht so hoch, wie Hahntennjoch oder gar der Stelvio, wo dich mitunter im September schon Schnee und Minusgrade erwarten. Lange Zwischenstücke haben wir auch keine.

Lousy Legs: Allerdings müssen die Höhenmeter ja irgendwo herkommen?

Christoph: Sicher! Bei der Gold-Strecke machst Du schon mal 8 Berge, na, eigentlich 10 längere Steigungen. Und dann hast Du im Schwarzwald halt auch viel Auf und Ab. Das summiert sich dann.

Die zweite Ausgabe des Schwarzwald Super! - was erwartet die Teilnehmer (neues)?

Lousy Legs: Was habt Ihr für die 2015er-Ausgabe verändert?


Christoph: Wir hatten 2014 nur einen Besenwagen, da wird es 2015 mehr Fahrzeuge geben, die in der Strecke unterwegs sein werden. Zudem werden wir mehr technischen Service bieten, da wir erstaunlicherweise mehr Pannen hatten, als gedacht. Ansonsten haben wir eigentlich nichts großartig Neues hinzugefügt: Wie gesagt, in puncto Verpflegung gab es nur positive Rückmeldungen, weshalb wir versuchen werden, dieses hohe Level auch in diesem Jahr zu halten.


Das A und O im Radsport - gerade bei diesen Strecken: Eine
perfekte Verpflegung. Beim Schwarzwald Super! gibt es davon 7. (große Strecke)

Lousy Legs: Also auch an der Strecke nichts verändert?

Christoph: Oh, klar, sogar gleich "3 auf einen Streich": Wir werden keine Durchfahrt mehr durch Freiburg haben. Das war uns wichtig, um dem Stadttrubel zu entgehen. Zudem ist Freiburg etwas verwinkelt, was die Navigation und Ausschilderung schwierig macht. So haben wir dann aber auch einen weiteren Berg im Programm, nämlich den Thurner. Und sogar eben besagte wunderschöne Wildgutachschlucht.

Lousy Legs: Mit wie vielen Teilnehmern rechnet Ihr oder - was wäre eine Teilnehmerzahl, mit der Du zufrieden wärst?

Christoph: Also, ich fänd es richtig cool, wenn wir dieses Jahr auf 200 Teilnehmer kämen, die den Schwarzwald Super! bestreiten. Das wäre ein toller Erfolg für uns.


Lousy Legs: Wie werbt Ihr denn für Euren Radmarathon? Gibt es zum Beispiel Medien-Kooperationen oder etwas in der Art?


Klein aber fein: 2014 gab es ein sympathisches Peloton. 
So soll das 2015 auch wieder sein. Nur ein bissel größer dürft´ es sein.

Christoph: Auch hier sind wir sehr sparsam. Wir freuen uns, jetzt für die zweite Ausgabe den Tourismusverband Hochschwarzwald als Partner gewonnen zu haben. Und dann haben wir noch die RennRad, die einen Bericht in der Print-Ausgabe bringen wird. Ansonsten setze ich auf Social Media, Mundpropaganda und hoffe, dass sich dieser tolle Radmarathon herumsprechen wird.

Sportliche Herausforderung Schwarzwald Super!

Lousy Legs: Was wären aus Deiner Sicht die größten Herausforderungen bei diesem Radmarathon?


Christoph: Naja. 8 Berge am Stück - das ist nicht ohne! Da muss man schon richtig gut trainiert sein und Sitzfleisch haben. Du musst Dir Deine Kräfte sehr gut einteilen - wer hier wie ein Irrer Gas gibt, wird meines Erachtens keine guten Chancen haben.

Lousy Legs: Die Anstiege selbst sind ja nicht so lang. Auch nicht so hart ...

Christoph: ... da macht es dann aber die Masse. Die Abfolge: Wir haben keine Flachstücke. Es geht entweder hoch. Oder eben runter. Und runter geht es meist gar nicht so lange. Also wenig Zeit, um sich in Abfahrten zu erholen. Obwohl, der Kandel, der ist schon ein richtiger Brocken. Den Rest der Berge kann man eigentlich ganz gut fahren. Nur - es ist eben sauviel. 


Und genau darum geht es: Klettern. Geile Landschaft.

Lousy Legs: Der Kandel, zweiter Anstieg des Radmarathons.

Christoph: Ja, der ist bei uns sowas wie eine Legende. Es ist der einzige Berg hier im Schwarzwald der so etwas wie alpines Flair bietet. Und dabei ist der Kandel auch ein schön harter Brocken - 8 Prozent im Schnitt. Das ist eben der Charakter des Schwarzwald Super! - viele Berge, sehr hart. Du darfst auch nicht vergessen, schon die kürzeste Route hat bei uns 4 Anstiege.

Die Highlights des Schwarzwald Super!

Lousy Legs: Was sind Deine Top 3 Lieblingsstellen oder Highlights, auf die sich der Schwarzwald Super!-Teilnehmer freuen kann?


Christoph: Oh. Schwierig. Ich finde die gesamte Strecke toll. Aber wenn Du mich so fragst ... da ist ganz sicher auf Platz 1 die Wildgutach-Schlucht. Die ist auch ziemlich am Anfang des Events. Eine spektakuläre Schlucht, in die man sich mit dem Rennrad hinunterstürzt (fahrend, auf dem Asphalt natürlich!) und das ist wirklich Atem beraubend schön da!


Hoffentlich hält das Wetter dieses Jahr auch wieder, was die Erst-
ausgabe versprochen hat. Traumhaft!

Lousy Legs: Die hattet Ihr 2014 ja noch nicht im Programm, oder?

Christoph: Genau. Die Schlucht ist im Prinzip Teil der Freiburg-Umfahrung. Auf Platz 2 würde ich den Kreuzweg-Pass sehen. Ein toller, wunderbarer Anstieg und wenn wir wieder so gutes Wetter haben sicher auch einer der schönsten Aussichtspunkte.

Lousy Legs: Quäldich.de sagt für den 1.080 Meter hohen Kreuzweg tatsächlich nicht allzu viele Härtegrade voraus (2-3 Sterne von 5) dafür gibt es durchweg 4 Sterne für die Naturschönheit.

Christoph: Ganz richtig: Die Auf- und Abfahrt auf den Kreuzweg ist ein wahrer Genuss. Tja und auf Platz 3 dann der höchste Punkt der Runde: Der Belchen-Gipfel. Der ist ein richtig schöner Hammer. Ich finde den schon recht knackig, vor allem, weil er sehr spät kommt. Es ist der vorletzte Berg.


Ganze acht mal dieses Gefühl erleben: Endlich oben!

Lousy Legs: Auch hier gibt Quäldich.de durchweg 5 Schönheits-Punkte und 3 bzw. 4 Punkte für die Härte. Immerhin auf 1.400 Meter geht es hinauf.

Christoph: Für mich ist es irgendwie ein Schlüsselpunkt der Runde: Denn von hier oben kann man alle Berge des Schwarzwald Super! sehen - also quasi ein Rückblick auf die ganze Strecke vor dem letzten Anstieg. Und weiter weg kann man sogar die Vogesen erkennen, wenn das Wetter stimmt. Ein wirklich toller Moment, für den, der dort dann ankommen wird.

Orga: Was kostet der Spaß und wann geht er los?

Lousy Legs: Was ruft Ihr als Startgeld für den Schwarzwald Super! auf?

Christoph: Wir haben ein Startbeitrag von 59 Euro angesetzt. Darin enthalten ist das Übliche bei einem Rennrad-Event: Startpaket mit allerlei Kleinzeugs, die Startnummer, eine Karte für die Zeitstempel - also keine Transponder, das spart Kosten - einen technischen Servicebereich am Start, 7 Verpflegungsstationen auf der Gold-Runde, Duschen und vieles mehr.

Lousy Legs: Die übliche Pasta-Party?

Christoph: Jaein. Anstelle labbriger Nudeln und Dosen-Bolognese gibt es beim Schwarzwald Super! eine Knöpfle-Party. Knöpfle, das ist hier unsere regionale Spätzle-Variante: Eier, Mehl und Quark ergeben eine sehr leckere Spezialität. Da freue ich mich schon drauf!


Nein, das sind keine Knöpfle. Doch schon 2014 war es lecker beim Radmarathon.

Lousy Legs: Der Renntermin?

Christoph: Wir haben lange für den optimalen Starttermin für dieses Event gesucht. In diesem Jahr ist es der 13. September geworden ...

Lousy Legs: ... das Datum, an dem auch der Endura Alpen-Traum - übrigens nur ein Jahr "älter" als der Schwarzwald Super! - wieder seinen Startschuss hat.


Dicht. Nadelig. Schatten spendend. Der Hochschwarzwald.

Christoph: Ja, leider lassen sich Überschneidungen mit anderen Events nie wirklich verhindern. Dazu gibt es einfach zu viele Angebote für den Jedermann-Fahrer. Für uns war beim Datum vor allem wichtig, dass wir nicht allzu früh im Jahr - wegen der fehlenden Trainingsleistung der Teilnehmer - und auch nicht zu spät im Jahr starten. Dass wir da nun auf dem selben Tag wie der Alpen-Traum liegen ist aber Zufall.

Warum wir den Schwarzwald Super! 2015 fahren werden.

Ich gebe zu, ich musste nicht lange überlegen: Nach meinen zwei nur halbwegs gelungenen Auftritten beim Endura Alpen-Traum habe ich mit diesem wirklich krassen Ding zwar noch eine Rechnung offen, habe aber ehrlich gesagt auch nichts dagegen, das Begleichen selbiger noch um ein Jahr zu verschieben. Da kommt der Schwarzwald Super! gerade recht: Die enthusiastische Werbung Christophs für seine schwarzwälderische Heimat hat mich ehrlich gesagt angesteckt.



59 Euro. 260 Kilometer. Fast leere Straßen. Hammer Höhenmeter.
Ich freue mich!

Dazu die Aussicht, auf nahezu der selben Streckenlänge wie beim Alpentraum fahren zu können und zudem sogar noch etwas mehr Höhenmeter abzureiten - und das zu einem Drittel der Kosten ist verlockend. Zumal ich nicht selten mit viel Freude und etwas Wehmut an meine erste Begegnung mit dem Schwarzwald denken muss: Zwar eine ganz andere Ecke, aber immerhin noch Schwarzwald. Hier konnte ich 2011 den richtig genialen Rothaus RiderMan hier geht es zum Rennbericht von damals fahren. Wieder hierher zu kommen, erfüllt mich mit großer Vorfreude.

Also: Wir sehen uns am Start? In der Schlucht? Am Belchen? Beim Knöpfle? Ich würde mich sehr freuen!



Abendrot im Schwarzwald - wir sehen uns bei der After-Race-Party?


Hier gelangt Ihr zur Website des Schwarzwald Super! mit allen Informationen und der Anmeldung.


Christoph Hammann-Kloss ist 35 Jahre jung, rad- und rennradverrrückt und hat als Selbständiger einen - na klar - Fahrradkurierdienst in Freiburg. Sein Kollege Johannes Kratzert (37) ist ein Freiburger Software-Entwickler. Ich bedanke mich für das angenehme und spannende Interview - und freue mich auf das Saison-Ende im Schwarzwald.

Apropos Höhenmeter ...

Ihr wollt nicht bis September warten, um richtig mal so richtig fies Höhenmeter zu sammeln? Dann kommt doch bei uns mit: Everesting am Mortirolo vom 15. bis 17.5. - wir haben Hotelübernachtungen (Wellness) mit Frühstück und Verpflegung beim Event sowie An- und Abreise organisiert. Mit 300 € seid Ihr dabei - Anmeldungen oder Fragen zum Event gern jederzeit über das Kontaktform hier im Blog. 








MORTIROLO 15.-17. Mai - JETZT ANMELDEN
MONT VENTOUX 29.-31. Mai
RETTENBACHFERNER 19.-21. Juni
COL DU GALIBIER 7.-9. August
COL DE LA BONETTE 28.-30. August

Bei Fragen, zur Anmeldung oder unverbindlichen Reservierung eines Startplatzes nutze bitte das Kontaktformular hier im Blog.

23. Dezember 2014

Sneak Preview: Das Trikot-Design des Ötztaler Radmarathon 2015

Nun freuen wir uns alle auf ein tolles Weihnachtsfest 2014: Gemütlich beisammen sitzen, sich an Gans, Klössen und Schokoladenhohlfiguren laben. Dabei das Jahr Revue passieren lassen und - gebt es zu - es juckt Euch auch schon ganz gewaltig in den Waden: 2015 will wieder eine tolle, abenteuerlich und rasante Rennrad-Saison werden. Da passt es, dass mich heute eine E-Mail des Organisationskommitees des Ötztaler Radmarathon erreicht - das Design des Trikots für die 35igste (!) Ausgabe des prestigeträchtigen Alpen-Rennens ist fertig.


Ab 2015 - die nächsten Rennen unter dem Motto "Stein"


Ernst Lorenzi hatte es schon bei der diesjährigen Ausgabe angekündigt, die Alpenblumen, die die letzten Jahre die wunderschönen Trikots geziert hatten, sind nun "alle durch". Ab 2015 werden deshalb die Steine der Alpen ihre Interpretationen auf den begehrten Finisher-Trikots finden. Den Anfang macht der Bergkristall, der gerade in den Ötztaler Alpen in besonderer Reinheit vorkommen soll.

Das Trikot - wieder von der italienischen Klamottenschmiede Cuore gefertigt - ist sehr schlicht und komplett in Schwarz gehalten. In der Mitte der stilisierte Kristall. That´s it. Schick, oder?


Schlicht & racy - das Finisher-Trikot des Ötztaler 2015

Lust auf das 238 Kilometer lange und über 4 Pässe führende Rennen?  Lust auf das Kühtai (rasante Abfahrten mit +90 km/h), den Brenner-Pass (auf dem großen Blatt durchtreten), den Jaufen (die wunderschöne Abfahrt macht süchtig) und den Scharfrichter Timmelsjoch (atemberaubende End-Serpentinen in der letzten Hälfte des Anstiegs)? Dann müsst Ihr "nur" ein bisschen Glück bei der Verlosung haben.


Termine vormerken: Los-Verkauf und Verlosung im Kalender anstreichen!


Die Lose könnt Ihr in der Zeit vom 1 bis 28. Februar online auf der Website kaufen. Die Lose werden in zwei Ziehungen, und zwar am 1. März und am 6. März gezogen - allen (und mir selbst auch :) wünsche ich jetzt schon viel Glück und alles Gute, auf dass wir zu den 4.000 Glücklichen zählen und am 30. August auf die tolle Strecke gehen können. Und wer weiß, vielleicht tragen wir in weniger als 9 Monaten dann das echte Pendent zu dem grafischen Entwurf des Finisher-Trikots dann ja an unseren eigenen, Stolz geschwellten Brüsten.

Wen es interessiert - hier mein Rennbericht vom Ötzi 2012 und hier der von meiner Teilnahme bei der Regenausgabe 2014.











Du suchst Berichte von einer bestimmten RTF, einem Rennen oder Gran Fondo? Ich bin nunmehr fast 30 dieser Events im Rahmen des German Cycling Cup, der UCI-World Cycling Tour und des italienischen Prestigio-Gran Fondo Cup gefahren. Einfach hier klicken: Vielleicht findest Du in meinen Listen genau das Rennen, für das Du Dich interessierst?


25. Februar 2014

Race Across America ... was zum Henker reitet mich?

Als unser Team SunClass Solarmodule letzte Woche endlich offiziell bekannt gibt, dass wir beim Race Across America - RAAM - starten werden, ist es raus. Endlich. Eure Reaktionen bestätigen mich - und unser Team - dass wir mit diesem Projekt, das im Juni 2015 seinen Höhepunkt und Abschluss finden wird, ein Thema von großem Interesse angehen werden.



Danke für alle, die uns, und mir im Speziellen, alles Gute wünschen, Danke für Eure tollen motivierenden Kommentare. Und Eure Fragen. Fragen über Fragen. Einige möchte ich hier und heute beantworten - andere Fragen werden wir im Laufe der Zeit klären.

Warum zum Race Across America?


Einige von Euch haben ihre Zweifel geäußert oder sich ihre - natürlich unpassenden - Kommentare dankenswerter Weise verkniffen. Aber es schwebt in der Luft und ich will es klar gestellt wissen: Ja, es gibt einige Rennen in meinem Portfolio, die ich nicht finishen konnte. Namentlich das Race Across the Alps, RATA, das ich 2013 wegen eines Knieschadens nach einem Drittel aufgeben musste - aber auch ohne diesen Schaden nicht hätte finishen können.

Ja.

Und?

Nichts und. Das RATA ist das RATA. Und das ist lange her. Ich habe gelernt. Eine Menge.



Die Idee mit der RAAM-Teilnahme gärt, wenn man ehrlich ist, in jedem von uns. Man kann sich der Faszination dieses Rennens, das nicht nur quer durch "God´s own Country" sondern ein mal quer durch einen ganzen Kontinent führt, nicht entziehen. So auch ich nicht. Eine USA-Querung geistert mir schon lange im Kopf herum.

2009 plane ich einen als 3-Wochen-Urlaubstrip durch die Südstaaten. Daraus wird nichts. Später, eigentlich direkt nach dem RATA, keimt dann die Idee, einen Renneinsatz für unser Team daraus zu machen. Das RAAM ist ein absoluter Traum. Und träume sollte man sich erfüllen.

Nach Rücksprache mit unserem Sponsor - SunClass Solarmodule - der sofort Feuer und Flamme für das Projekt war, stand einer Umsetzung (fast) nichts mehr im Wege.

Also - warum nicht?

Das RAAM im Zweierteam - machbarer?


Mir fällt es bei meiner Teilnahme am Endura Alpen-Traum mitten im Anstieg zum Stilfser Joch wie Schuppen von den Augen: Ich bin ein Teamfahrer. Kein Einzelkämpfer. Wenn alles Gelingen oder alles Scheitern nur auf meinen Schultern allein lastet, nur ich selbst im Fokus stehe, alles Weh von mir abhängt, dann ist das zu viel für mich.
Ich habe keine Probleme, das zuzugeben. 

Ich wachse, ich blühe, ich steigere mich dann, wenn ich ein Rad in einem Getriebe vieler Räder bin.

"Hätte ich Heiko dabei gehabt, ich hatte den Alpentraum gefinished.", sage ich am Telefon des Abends zu meiner Freundin. Und da wird es mir klar: Wenn ich einen Gegenpart habe, einen, der von mir abhängt - von dem ich aber auch abhänge - dann klappt das besser.


Dann kann ich mich aufschaukeln. Mich messen. Mich fallen lassen. Mich verlassen. Ich erinnere: Rad am Ring mit Heiko, das war immer perfekt. Eine super Zusammenarbeit, ich lege vor, er übernimmt, entwickelt es weiter, übergibt es mir. Vertraut es mir an. Und später ich mich wieder ihm. Das ist meine Welt. Das kann ich gut.
Mit Heiko möchte ich das RAAM fahren. Das steht für mich fest.

Ist das RAAM machbarer zu zweit? Wir denken schon. Die Rechnung: 4.800 Kilometer allein - oder 2.400 Kilometer zu zweit? Einfache Lösung, oder?

Anders gefragt: 12 Tage allein. Oder (maximal) 9 Tage zu zweit, davon viereinhalb Tage für einen selbst? Klar: Geteiltes RAAM ist halbes Leid.

Heiko ist Gottseidank genauso verrückt wie ich, da einzuwilligen.

Letztes Abenteuer vor dem Erwachsensein.


Bei mir kommt noch etwas hinzu. Ich bin seit Ende letzten Jahres Vater. Ein strammer, toller Junge ist da geboren. Ein fantastisches Gefühl, ein tolles Kind - eine noch tollere Frau und das Beste daran: Ich habe nun eine richtige Familie. Ganz andere Dinge werden plötzlich wichtig. Da ist nun ein kleiner Mensch, der auch die Welt sehen und kennen lernen will. 

Für mich ist das RAAM auch deshalb mein letztes große Abenteuer als Junge, bevor ich mit dem Rennradfahren kürzer treten werde. Bevor aus dem Jungen ein Vater wird.
Seit 2010 bestreite ich nun Rennen, investiere nicht nur einen Großteil meines Geldes, sondern auch meiner Zeit in diesen fantastischen Sport. Ich habe in den Saisons - vor allem auch Dank unseres Teams SunClass - Rennkalender abfahren können, die manch anderer, weil privat finanziert, nicht einmal in 10 Jahren zusammenbekommen würde. 


Ich konnte mir jahrelang fast alle Renn-Wünsche erfüllen, die ich hatte: Rad am Ring, fast den kompletten German Cycling Cup, Milano-Sanremo, Dreiländergiro, Gran Fondo New York, allerlei Alpen- und Pyrenäen-Rennen und Rennrad-Touren durch Italien, Frankreich oder Dänemark. Ich war drei Jahre lang "Profi" - einchecken am Flughafen, Hoteltransfers, Rennteilnahmen, geile Trikots, noch geilere Rennräder. Ein Traum.

Und jetzt? Jetzt werde ich noch ein mal Gas geben. 
Noch eine Saison alles in die Waagschale werfen. 
Mich zusammenreißen, zusammenraufen und wieder an den Start gehen. 
Einen Kindheitstraum erfüllen.
Ein letztes mal.

Bevor ich dann meinem Kind alle Träume erfüllen werde.

Das RAAM ist mein letzter Auftritt. Sicher, danach wird es noch viele Rennrad-Kilometer geben. Diese dann aber (vorerst) nur noch zur Entspannung. Zum Abschalten. Zum "mal rauskommen". 

Und was eignet sich als Abgang mehr, als beim härtesten und krassesten Radsport-Event der Welt anzutreten? Eben. Außer dem RAAM fällt mir da auch nichts ein.

Was passiert nun bis Juni 2015, wenn das Race Across America startet?


Einige von Euch löchern mich schon, stellen Fragen und haben ihre Theorien, wie man trainieren sollte und müsste, an was wir denken sollten und was wir auch keinen Fall vergessen dürfen. 

Wir planen das RAAM seit November 2013. Seit dieser Zeit sitzen wir zusammen, sprechen mit ehemaligen Teilnehmern, mit Leuten aus der Szene und der Rennrad-Branche. Rechnen, recherchieren, füllen Tabellen, planen, grübeln.

Ich will noch nicht zu viel verraten, aber: Wir werden mit dem Radlabor und Tim Böhme zusammenarbeiten, die nicht nur die Leistungsdiagnostiken, Trainingspläne und die Trainingsbegleitung organisieren, sondern auch die Fortschritte stetig überwachen.


Wir haben nagelneue Rennräder von Cervélo und Profizubehör wie Laufradsätze oder Spezialsättel von weiteren Partnern am Start, um mit der best möglichen Ausstattung auf die Strecke gehen zu können.

Wir stellen eine tolle Crew zusammen, mit der wir das ganze Jahr 2014 und das halbe 2015 trainieren werden: Also eine ganzheitliche Vorbereitung auf das Race Across America umsetzen werden, die nicht nur das Fahrerische, sondern auch die Betreuerseite trainiert und perfektioniert. "Mini-RAAM" also - vorne der Racer, dahinter das Begleitfahrzeug.

Wir werden kaum an Rennen teilnehmen, sondern ab März bis Juni 2015 durchweg nur auf das Ziel RAAM-Finish trainieren. Außer dem Endura Alpen-Traum (mit dem ich noch eine Rechnung offen habe) und vielleicht der Mecklenburger Seenrunde sind keine weiteren Rennen geplant. Auch das nimmt voraus, wie intensiv wir uns vorbereiten werden. 

Und das übrigens auch nicht nur auf dem Rennrad: Viel Indoortraining auf der Matte steht an.

Natürlich wieder mit dabei: Die Punchline-Filmcrew.


Nicht zuletzt: Nachdem wir mit "Punchline - 24 Stunden auf der Nordschleife" die erste Rennrad-Doku bereits als DVD im Verkauf haben und mit "Another Punchline - Race Across the Alps" im Juni dieses Jahres der zweite (übrigens wesentlich aufwändiger produzierte) Teil erhältlich sein wird, sind die Berliner Filmjungs Timo und Moritz von Elephants Production auch beim RAAM wieder mit an Bord.

"Final Punchline - Race Across America" wird die dritte und letzte Episode unserer Dokureihe werden. 


Ab Juni bestellbar: www.punchline-movie.de

Ich freue mich auf die nächsten 1,5 Jahre Vorfreude, hartes Training und viel viel viel Teamwork mit unserer Crew und auf wahnsinnige, abgedreht, abenteuerliche, spannende, schnelle, intensive und einfach nur unbeschreiblich geile Tage beim Race Across America 2015.

Ich hoffe, Ihr freut Euch mit mir.
Und mit unserem Team.

30. November 2013

Sein erstes Rennen

Nichts kann vergleichen, was Du gerade erlebt hast. Kein Alpentraum, kein Ötztaler und kein Alpenbrevet reichen an das heran, was Du hinter Dir hast: 21 Stunden hast Du gearbeitet, gestrampelt, getreten, gekurbelt. Hast Dich gewunden, hast Dich in die Kurven gelegt, bist die Serpentinen hinab gerutscht und auf die Zielgerade gegangen.


Du hast Dich auf gefährlichem Terrain bewegt, hattest die Stoppuhr im Rücken und den Druck auf Dir lasten, Dein ersten Rennen zu finishen. Du wurdest angefeuert, Du wurdest beklatscht, Du wurdest ins Ziel getragen, bist auf einer Welle geritten und hast alles gegeben.

Du hast Dein erstes Rennen gemeistert - und uns so stolz gemacht, mit Deinem erstem Lachen, Deinem Jubelschrei und deinen großen Augen, die staunend diesen Sieg begleiteten.


Nein, egal was da noch kommt, egal, welche Berge Du in Angriff nehmen wirst, welche weiten Strecken Du abreiten willst, welche Höhen und Tiefen noch vor Dir liegen - jetzt steht Dir alles offen, Du wirst alles schaffen, wirst alles meistern.

Denn Du hast Dein erstes Rennen mit einem Sieg auf ganzer Linie gewonnen.

Kamst wie der strahlende Sieger durchs Finish geschossen.
Hast die Arme hochgerissen zum Jubel.
Wurdest gefeiert und beglückwünscht.

Wir sind so stolz auf Dich.

Willkommen auf der Welt, kleiner Mann.

Ich kann das alles kaum fassen, so schön ist das.


23. Oktober 2013

Meine Rennrad-Saison 2013: Von Gran Fondos, Erfolgen und DNFs

Tja, mit dem Zeitfahren Hamburg-Berlin endet letzte Woche meine Rennrad-Saison 2013 und wie immer ist es Zeit, Bilanz zu ziehen. Was lief gut, was nicht so gut? Und vor allem: Was kann ich lernen für das nächste Jahr?

Meine Rennrad-Saisonziele: Vom Plan in die Praxis


Anfang dieses Jahres - vor allem getrieben durch unser Radsport-Team SunClass Solarmodule und den wahnsinnig attraktiven Rennkalender - setze ich mir große Ziele. Die Saison ist in zwei Hälften aufgeteilt: Zunächst das erste halbe Jahr, die "ernste" Saison mit dem Höhepunkt beim Race Across the Alps (RATA) im Juni. Dann die zweite, die "spaßige" Saisonhälfte.

Länger, weiter, höher: 2013 massiv mehr Renndistanz absolviert.

Zwar werde ich einige meiner Ziele nicht erreichen, aber in der Rückschau und vor allem im Vergleich mit 2012 stelle ich fest, dass die Rennen, die ich gefahren bin, im Schnitt 10 Kilometer länger sind, als noch im letzten Jahr - insgesamt 70% mehr Rennanteil. 


Klettern war "in" 2013: Hier beim Gran Fondo Dieco Colli

Ich zähle die Haute Route, das Etappenrennen von Genf nach Nizza, als 7 einzelne "Events" und komme so auf 18 Events (obwohl mit 11 Rennen nur ein Rennen mehr als 2012). Alles in allem fahre ich in diesem Jahr pro Event 164 Kilometer mit jeweils 2.609 Höhenmetern.

Pro Event.

Insofern bin ich recht stolz: Ziel erfüllt.

Die Saison 2013 auf dem Rennrad: Höher - aber weniger.


Interessant aber die Auswertung der gesamt gefahren Kilometerdistanzen. Komme ich schon 2012 mit 8.700 Kilometern Jahresleistung nicht einmal annähernd an meinen besten Wert heran - 9.200 km in 2009 - so fahre ich in diesem Jahr alles in allem dann sogar noch einmal 1.600 Kilometer weniger, als im Vorjahr.


2013 fahre ich über 1.600 km weniger als 2012

Irgendwie aber auch logisch: Wir hatten uns bei der Saisonplanung auf die Kletterleistung konzentriert, nicht auf die Distanzleistung. Allerdings, es zählt auch mit in die Negativbilanz, dass ich bereits beim ersten Rennen der Saison, dem Gran Fondo La Sagrantino, einen Rückschlag hinnehmen muss. Wir fahren nämlich nur 95 der avisierten 150 Kilometer.

Auch die Ronde van Vlaanderen finishe ich "nur" nach 150 Kilometern (okay, bei -4 Grad und belgischem Horror-Pflaster eine Distanz, die mich sogar noch überrascht hat) und auch das RATA (dazu später mehr) und der Alpentraum werden nicht auf der kompletten Distanz gefahren.



Hammerhart - bei der Flandernrundfahrt. Hölle!

All in all "fehlen" mir also runde 500-600 Kilometer zu dem, was ich eigentlich vor hatte.

Allerdings wären das auch mit diesen Distanzen keine 10.000 Kilometer geworden ... und wieder frage ich mich, wie es einige Leute schaffen, 10.000 Kilometer und mehr im Jahr abzuspulen. Wahnsinn!

Radrennen als Training, funktioniert das?


Unsere Idee war, die ersten 4 Rennen der Saison - allesamt namhafte Gran Fondos der italienischen Prestigio-Serie - aus Aufbaurennen zu nutzen. Gesteigerte Distanzen, vor allem aber immer mehr zu erkletternde Höhenmeter, sollten uns auf den absoluten Saisonhöhepunkt vorbereiten.

Am Ende schlägt sich das natürlich in der Statistik nieder, vor allem, wenn man diese Zahlen mit 2012 vergleicht:



Der Renn-Anteil ist 2013 um einiges höher

Ich fahre 2013 keine einzige RTF, wobei Hamburg eine Vielzahl an wunderbaren Veranstaltungen dieser Art zu bieten hätte, dafür erhöht sich der Anteil der Rennen an der Gesamtleistung von 18% in 2012 mit 1.550 Kilometern auf ganze 37% und 2.600 Kilometer.

Sicher, mit nur 4.500 Kilometern sind die erbrachten Trainingsdistanzen mehr als 2.200 Kilometer niedriger, als noch 2012. Das liegt aber daran, dass ich mich in dieser Saison fast ausschließlich auf das Höhenmeter-Training konzentriert habe. Meine Waseberg-Einheiten unter dem Motto "1K a Day", also 1.000 Höhenmeter pro Tag, konntet Ihr auf Garmin-Connect mitverfolgen.


2013 wesentlich mehr Kletterleistung: In Training wie im Rennen.

Mir noch in lebhafter Erinnerung - mein "Waseberg Sufferfest", das mir nach 6 Stunden auf der 16%igen Waseberg-Rampe immerhin 3.600 Höhenmeter eingebracht hat. Und einen Drehwurm ...



Bis der Drehwurm kommt: 800m bei 16% am Waseberg Hamburg.

Insgesamt fahre ich so mehr als 10.000 Höhenmeter in den Trainings und in den Rennen mehr, als 2012. Aber wie gesagt, eigentlich war da ja noch mehr geplant ...

Verkorkster Frühling = verkorkste Saison?


Der Frühling - darf man das so nennen? - 2013 war seit dem ich halbwegs ernsthaft Rad fahre, also seit 2008, das Schlimmste, was ich je erlebt habe. Schnee, Regen, Nässe und Kälte bis in den April hinein. Meine erste wirklich ernsthafte Trainingseinheit war denn dann auch der Gran Fondo La Sagrantino. Wenig Zeit, wenig Kilometer - verlängerter Winter.

Viele Radfahrer hat 2013 eine eher bescheidene Saison beschert. Ich bin da keine Ausnahme.



Paarflug im Team: SunClass Cycling gibt 2013 wieder Gas.

Dabei hatten wir alles auf diese eine Karte gesetzt: Das RATA.

Das RATA - Race Across the Alps - als "anerkannt härtestes Eintagesrennen der Welt" - war unser Saisonhöhepunkt. Natürlich war uns klar, dass wir die geforderten 540 Kilometer und 14.500 Höhenmeter dieser Mörderstrecke nicht wirklich würden schaffen können - nicht umsonst gehen dort nur 50, 60 der namhaftesten Ultrasportler an den Start.

Und dann wir ...


Wäre doch drin gewesen: RATA bis zum roten Punkt finishen.

Schon gar nicht hätten wir das im Zeitlimit von maximal 32 Stunden geschafft. Aber ich hatte ein Ziel - wie in der Grafik angedeutet - und wollte doch wenigstens bis über den Bernina-Pass und irgendwann nach der Abfahrt mein DNF haben.

Das war mein Ziel.

Extreme Schmerzen in beiden Knien zwangen mich allerdings nach enttäuschenden 3 Pässen und 170 Kilometern zur Rennaufgabe. Noch 3 weitere Pässe - Mortirolo, Aprica und Bernina - hatte ich mir vorgenommen.


Beim Race Across the Alps - im Gavia-Pass.

Und dennoch: Auch heute bin ich mir noch sicher, dass ich mein Ziel unter "normalen" Umständen auch geschafft hätte. Wenn man in der Grafik die Steigerungen anschaut (in diesem Fall die Distanzen - funktioniert mit den Höhenmetern aber genauso) dann kommt man zu dem Schluss, dass die Steigerung vom letzten Aufbaurennen, dem fantastischen Gran Fondo Mailand-Sanremo, zum "halben" RATA mehr als machbar gewesen wäre.

Schade, dass es so kam, wie es kam. Hier geht es zum Rennbericht des Race Across the Alps 2013.

P.S. - Wir haben wieder eine Rennrad-Doku gedreht. Und zwar beim RATA. Die wird (sagen wir mal so) etwa im Juni/Juli 2014 fertig sein. Die erste Doku: "Punchline - 24 Stunden Rad am Ring" über unserer Einsatz auf der Nordschleife 2011/12 gibts als geile DVD hier: www.punchline-movie.de - gleich bestellen!

Tja, war nun der verkorkste Frühling Schuld? Wer weiß ...

"Unglaublich harte Saison" - wirklich?


Einer meiner geneigten Leser dieser Blogs twitterte mir einmal, dass ich auch so schon eine "unglaublich harte Saison" hätte. Stimmt das denn wirklich? Ich vergleiche 2011, meine erste echte Radrenn-Saison im German Cycling Cup, mit 2012 und dem aktuellen Rennkalender:

Erstaunlich usgewogen im Vergleich: Die erste Jahreshälfte ähnelt 2011/12

Bis auf die Haute Raute, die nun wirklich - zum Glück als Substitut für das verpatzte RATA - herausragt, wirken die Rennen vor allem der ersten Saisonhälfte eher alles andere als "überaus hart". Ausgewogen, würde ich sagen.

Was die Distanzen angeht ...

Höhenmeter ohne Ende? 


Naja, lassen wir mal die Kirche im Dorf: Ernüchtert stelle ich fest, dass die Rennen der Saison 2013 mitnichten "härter" waren, als 2012. Im Gegenteil, da haben wir vor allem in der ersten Hälfte des vergangenen Jahres wesentlich mehr Gas gegeben:


Die Höhenmeter 2013 kommen von Haute Route & Training

Das Mega-Plus von 50% an Höhenmetern erklettere ich zumindest nicht mit den Rennen, sondern in meinen Trainingssessions. Und natürlich mit der Haute Route.

Aber wie gesagt: Geplant war das ja mal anders ... 

Ziel erreicht? Die Lehren für 2014


Für 2014 stecken meine Planungen noch in den Kinderschuhen. Was ich jetzt schon sicher sagen kann, ist meine Teilnahme am Endura Alpentraum 2014, dieses Hammer-Rennen will ich unbedingt finishen!

Aus 2013 ziehe ich die Lehre, dass unser Ansatz, ein forciertes Höhenmetertraining kombiniert mit sich in der Intensität steigendernden Aufbaurennen an sich funktioniert - wir jedoch viel zu wenig Zeit und damit viel zu wenig Training hatten, um wirklich gut vorbereitet für einen Hammer wie das RATA zu sein. Dass es funktioniert, zeigt mein - für mich - sehr gutes Abschneiden bei der Haute Route Alps.


Geiles Rennen. Geile Performance: Haute Route Alps 2013.

Für 2014 freuen wir uns, dass unser Sponsor SunClass Solarmodule trotz der sehr schwierigen wirtschaftlichen Situation auf dem Solarmarkt auch weiterhin in unser Radsport-Team investieren wird. Was genau da kommen wird, ist noch ein wenig geheim - ich kann aber versichern, dass 2014 und 2015 extrem werden. Und das in jeder Beziehung: Extrem spannend, extrem mitreißend, extrem Rennrad.

Nun aber freue ich mich, dass diese harte Saison wieder ein mal ohne Sturz, ja selbst, ohne Panne, geschafft ist. Ich gönne mir nun bis Mitte November eine kleine Auszeit, ehe das Lauftraining beginnt. Wie es schon eine schöne Tradition ist, wird auch 2014 wieder mit einem Marathon beginnen. Diesmal habe ich mir die ewige Stadt - Rom - ausgesucht.

Euch eine tolle Off-Season und einen ruhigen, schönen Winter.

Ein großes Danke an Euch, die Ihr wieder so fleißig meinen Blog gelesen habt, meine Beiträge mit Euren Kommentaren belebt und so auch mir neue Perspektiven eröffnet. Der Cervelover-Blog knackt 2013 die Viertelmillion-Marke, unglaublich. Danke!

Eine tolle Zeit Euch - ride safe.