6. November 2013

Vätternrundan in MeckPomm - das neue Rennrad-Event "Mecklenburger Seen Runde" für Liebhaber der Langstrecke

Ich staune, als ich über die Mecklenburger Seen-Runde das erste Mal lese. Staune deshalb, weil es aus dem doch an Radsport-Events eher nicht gerade gesegneten Bundesland diese schönen Neuigkeiten gibt.

Eine 300-km-Runde also, die es mit der Vättern-Rundfahrt aufnehmen kann. Will. Soll? Muss? Wird?

Ich kann Detlef Koepke, den Initiator und Veranstalter der "MSR" (hoffentlich bekommt das Milano-Sanremo nicht mit ... :) interviewen und ihm einige spannende Details entlocken.

Was ist die Mecklenburger Seen-Runde - und warum sollte dieses Event in keinem Radsport-Kalender 2014 fehlen?


Detlef: "Die Idee zur MSR kam mir, weil ich mich in die Seen-Region rund um die Müritz verliebt habe. Diese unvergleichliche Schönheit, die Ruhe und die fast pervers schöne Natur - es ist ein Traum, hier Rennrad zu fahren!" Ich frage Detlef weiter, warum Radsportler sich anmelden sollten: "Für uns ist neben der sportlichen Attraktivität die Atmosphäre des Events ganz wichtig. Wir haben uns viele Veranstaltungen angeschaut, viel überlegt und viel organisiert, um den Beteiligten - egal ob Racer auf Rekordjagd oder gemütlicher 20-Stunden-Finisher - ein unvergessliches Event zu bescheren. Und das wird es wirklich!"


Die Organisatoren der MSR - Detlef ist der zweite von rechts. (Foto: Matthias Stiehl)

Detlef weiter über die Mecklenburger-Seenrunde: "Zwei Schlagwörter, die wir im Orga-Team immer hochhalten und an denen wir alles messen, was wir machen, spiegeln eigentlich ganz gut wider, wohin wir mit der MSR wollen - Qualität & Service. Wir wollen nicht mehr und nicht weniger, als uns in der Veranstaltungsqualität mit so nahmhaften Events wie dem Ötztaler Radmarathon, dem Arber oder dem Alpenberevet zu messen. Das sind Radrennveranstaltungen, die so perfekt organisiert sind, dass wir diese zu unseren Vorbildern gemacht haben." 

Wichtig ist Detlef: "Zudem bieten wir mit einer reinen Damenrunde über 90 Kilometer (und einigen schönen Höhenmetern!) ein Event, bei dem die Frauen mal ohne hetzende Kerle Rennrad fahren können. Liegeräder werden ebenfalls zum Start aus einem eigenen Block zugelassen und wir haben Handbikes am Start - für jeden etwas also. Das Rahmenprogramm wird der Hammer und unterwegs bieten wir tolles Catering für die Teilnehmer. Und - Massagen. Herz, was willst du mehr?"

Wie seid Ihr auf die Idee gekommen, eine Vätternrundan in Mecklenburg zu veranstalten?


Warum wurde es ein 300-km-Event: "Das kam mir schon vor meiner Teilnahme an der Vättern-Rundfahrt, hier ein Event anzubieten, das mal mehr bietet, als die üblichen 140 oder 150 Kilometer. Eine Veranstaltung, die einen langen, ausgiebigen Kontakt der Teilnehmer mit dem Land und seinen Leuten ermöglicht."


Ruhige, verkehrsarme Straßen - kein Kopfsteinpflaster. (Foto: Matthias Stiehl)

Zudem, so sagt mir Detlef, sei es ihm ein Anliegen, die Region Mecklenburg-Vorpommern als Rennrad-attraktives Revier vorzustellen. "Viele denken noch, in MeckPomm gibt es viel Kopfsteinpflaster - was nicht stimmt. Wir bieten 300 Kilometer perfektes Rennradfahren, davon nur 18 Kilometer auf Bundesstraßen. Der Rest sind einfach traumhafte Land- und Nebenstraßen."

Und auch Höhenmeter? "Und ob! Die große Runde summiert fast 2.000 Höhenmeter zusammen. Es ist hier nicht alles platt und eben - lasst Euch da mal nicht täuschen."

Detlef hatte die einmalige Atmosphäre der Vätternrundfahrt angesteckt, die Kameraderie, die Gelassenheit der Teilnehmer und die Stimmung auf der Strecke: "Es ist halt ein Unterschied, ob du auf eine 140 Kilometer lange Ballerrunde gehst und am Ende Blut husten musst, oder ob du dich einer 300 Kilometer langen Abenteuerfahrt - auch durch die Nacht - stellst."

Ein komplexes Langstrecken-Event wie dieses auf die Beine zu stellen, ist sehr aufwändig. Wie wurdet Ihr von den Kommunen und dem Land unterstützt?


"Der erste, dem ich von diesem Projekt erzählt habe, war der Innenminister des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Und der hatte mir sofort Unterstützung zugesichert. Am Ende werden dann zum Beispiel an die 300 Polizisten für die Streckensicherheit und Absperrungen sorgen - Wahnsinn, oder?"

Detlef kann auch nur Gutes über die Kommunen berichten: "Sehr hilfsbereit und begeistert wurde unsere Idee auch in den Ämtern aufgenommen - Vereine vor Ort, die Feuerwehren, alle machen mit!"


Komplexe Strecke der "MSR" - 300 km rund um die Müritz & mehr.

Auch deshalb fließt vom - zugegeben auf dem ersten Blick recht hoch erscheinenden - Startgeld von 150 € ein großer Anteil in die Vereine: "Auf ehrenamtlicher Basis da Leute hinzustellen, die die ganze Nacht die Radrennfahrer anfeuern und motivieren sollen, das kann man machen, aber mir war auch wichtig, dass wir, die wir dieses Event organisieren, auch etwas zurück geben. Angenehmer Nebeneffekt: Die Leute vor Ort tun auch etwas für ihren eigenen Verein."

Welche Ziele habt Ihr mit "MSR" und was wünscht Ihr Euch von der ersten Ausgabe im nächsten Jahr?


Ziele und Wünsche, das ist immer die schwerste Frage. Doch Detlef hat schon genaue Vorstellungen: "Wir werden definitiv bei 3.500 Startern das Event dicht machen: Teilnehmer um jeden Preis zu generieren, das ist nicht mein Ziel. Ich möchte, dass die, die teilnehmen, ein fettes Grinsen im Gesicht haben, wenn sie im Ziel ankommen. Ob wir die 3.000 Starter erreichen, weiß ich nicht, aber 1.500 bis 2.000 sollten es schon werden, denke ich."


Gibt es für jeden Teilnehmer: Ein personalisiertes Trikot.

Und weiter: "Allerdings ist die Teilnehmeranzahl für uns zweitrangig. Klar, wir wollen, dass die Kosten reinkommen, aber uns liegt wirklich viel mehr an der Qualität der MSR. Wir wollen wirklich eine richtig coole Sache auf die Beine stellen - und deshalb freue ich mich auch so sehr darüber, dass die Idee, die MSR zu starten, bei so vielen Leuten - auch weit außerhalb MeckPomms - auf offene Ohren stößt."


Vielen Dank für das Gespräch, Detlef & viel Erfolg bei der weiteren Organisation.

Wie es bei der Erstausgabe denn dann auch abgegangen sein wird, das berichte ich Euch, denn ich werde bei der MSR im nächsten Jahr am Start sein.

Wollt auch Ihr sehen, dass die Mecklenburger Seenplatte eine Radsport-Kulisse bieten kann, die der von Mottala und dem Vätternsee in nichts nachsteht, dann meldet Euch einfach an.

Die Teilnahmegebühr beträgt 150 € pro Person. Inbegriffen hier sind neben dem üblichen Timing noch 8 volle Verpflegungsstationen (also alle 38 Kilometer), Shuttle-Service für Rennrad & Fahrer, Massagen und ein paar "Surprises", über die man sich noch aber ausschweigt.

Hier kommt Ihr zum Anmelde-Portal.

Kommentare:

  1. Schönes Event in meiner alten Heimat. Finde ich durchaus unterstützenswert und das fahren auf den Alleenstraßen ist eh was besonderes. Die 300 Km werden aber eine Herausforderung, so lang bin ich ja noch nie gefahren.

    Beste Grüße und weiter so Lars
    Matty

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  2. Ich bin auf jeden Fall dabei, da gab es nichts zu überlegen.
    Endlich auch in unserer schönen Region so ein Event und ich habe die Möglichkeit es mitzugestalten.
    Spaß und Sport stehen da im Vordergrund, alles Andere ist zweitrangig und wird sich entwickeln.
    Die Zielstellung der Organisatoren sind hochgestellt, ich drücke Euch die Daumen und danke Euch für Eure Innitiative :-)

    Mit sportlichen Grüßen, Gert

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  3. Ich bin selbst aus MV und frage mich, worin der Wert (Preis-Leistungs-Verhältnis) solch einer Veranstaltung liegen soll? Was rechtfertigt mindestens 150 € - oder je näher das Event rückt noch viel mehr - zu zahlen und nicht einfach diese Tour privat auf eigene Faust zu fahren? Ich kann die Lobeshymnen hier nicht nachvollziehen...

    Lars, unabhängig davon würde mich interessieren, ob Deine Teilnahme vom Veranstalter gsponsert wird?

    Gruß Frank

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    1. moin frank

      und erst mal danke für deinen kommentar.

      ja, die "sind 150 tacken nicht wucher?!?"-diskussion findet bzgl. der MSR auch auf anderen plattformen und foren statt. ich hatte mit detlef auch darüber gesprochen.

      wie sich die preise da genau zusammensetzen, weiß ich natürlich auch nicht. aber ein paar denkanstöße: 150 €, davon kannste schon mal steuern abziehen. dann ca. 30 € für das trikot, dass jeder bekommt. dann bist du wahrscheinlich bei 80/90 €, die übrig bleiben. dann sagte er mir, dass er einen teil des startgeldes an die vereine, feuerwehren etc. geben wird, die entlang der - ja wirklich sehr langen - 300 km-strecke stehen.
      der timing-partner muss bezahlt werden und dann das essen. ein kostentreiber sind wohl auch die massagen: da sagt er mir: "egal was das kostet, das muss sein!".

      ich sehe selbst, dass 150 € sehr, sehr viel geld sind. klar.

      aber ich sehe auch, dass die orgaleute da alles von werden, nur nicht reich. :)

      zu deiner sponsoring-frage: ja, wir werden dort gesponsert teilnehmen. allerdings - auch das wäre mir wichtig zu sagen - ich bekomme vom MSR keine startplätze geschenkt oder rabattiert! ich hasse dieses kostenlos-geschachere.

      ich habe durch eigenen impuls den detlef angeschrieben. er hat mir auch "hilfe" angeboten, die ich aber abgelehnt habe.

      ich denke, man kann diesem event ruhig eine chance geben. ich kann mir den riesenaufwand und die kosten gut vorstellen und nach dem gespräch mit detlef bin ich von seinem enthusiasmus und seiner aufrichtigkeit überzeugt. ehrlich: da finde ich, dass manch preiswerteres event meilen anonymer, schlechter und kommerzieller getrieben ist, als dieses.

      zu deinem punkt "privat fahren" - ja klar, kannste das. du kannst auch den ötzi privat fahren, paris-brest-paris, das RAAM. alles kein ding. nur: das ist dann eben nicht "das event". :)


      so.

      ich hoffe, meine etwas ausführliche antwort hilft :)

      ride safe,
      L

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    2. Hallo Lars,
      danke für den Kommentar.
      Ich selbst habe mich schon vor ein paar tagen für dieses Event angemeldet und nicht wegen der 150€ "geheult".
      Das ganze Drumherum will organisiert und bezahlt werden.
      Ich finde es ok und wem es zu viel erscheint, der suche sich was Anderes!
      Diese Streckenlänge ist für mich als übergewichtiger Bürohengst auch was völlig Neues, aber ich habe mir vor ein paar Monaten ein P2 (geiler Renner, den ich aber leider auf der MSR nicht verwenden darf) gegönnt, und auch schon 15kg abgestrampelt!!!
      Ich freue mich auf jeden Fall riesig auf die MSR und habe gern die 150€ investiert!!!

      Gruß Uwe

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  4. Ich habe mich soeben kostenpflichtig und verbindlich angemeldet. Ich freue mich sehr aufs Event. Ein paar Wochen danach bin ich bei der Vätternrundan 2014 dabei. Ich werde die MSR also sehr ruhig und als letztes Training angehen. :-)

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  5. Moin Lars,

    deine Bildunterschirft "ruhige verkehrsarme Straßen - kein Kopfsteinpflaster" wird im Text bezüglich des ersten Punktes mit "nur 18 Kilometer Bundesstraßen. Der Rest sind einfach traumhafte Land- und Nebenstraßen." konkretisiert. Gibt es auch zum Kopfsteinpflaster eine konkrete Aussage?

    Gruß
    Armin

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    1. moin armin.

      genau kann ich dir das nicht sagen, ich habe diese aussage so übernommen (ist ja ein interview gewesen), aber ich gehe nicht davon aus, dass die mir schmu erzählt haben :-)

      schreib den jungs doch einfach ne email?

      meine eigene meinung: selbst wenn da ein paar pflaster wäre, wärs okay für mich, solange es keine flandrischen ausmaße annimmt...

      grüße, L

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  6. Ich weiß gar nicht was es an den 150€ Startgeld auszusetzen gibt!? Bei den cyclassics in HH zahl jeder Teilnehmer (und hier reden wir von 5stelligen Zahlen) für die 100km-Strecke glaub ich 70-80€. Dabei ist die Strecke nur 1/3 so lang (weniger Verpflegungspunkte und Streckenposten), es gibt kein Trikot dazu (muss man extra zahlen), es gibt weniger Service und der Veranstalter kassiert Millionen-Sponsoren-Gelder.
    Bei der Vätternseerundfahrt sind die Startgelder ähnlich hoch, aber auch da gibt es kein Trikot.
    Fazit: Die 150€ sind schon angemessen.

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  7. Ich habe mich mich bereits verbindlich angemeldet und freue mich auf die Strecke. Die Diskussion wegen des Startgeldes kann ich nicht verstehen. Aufgrund des gesamten Organisationsaufwandes und der Zugaben finde ich das Startgeld angemessen. Leider fahre ich bereits um 20.10 Uhr los, sodass ich eine Großteil der Natur und Schönheiten MV nicht sehen werde. Das ist zwar ein Wermutstropfen, aber aufgrund des Fahrerfeldes und dessen Sicherheit hinzunehmen. Vielleicht klappt es nächstes Jahr dann mit einer "Tagesfahrt"...

    Sportliche Grüße aus Chemnitz

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    1. moin pierre,

      danke für deinen kommentar. ich wünsche dir erst mal eine tolle fahrt und eine super ielzeit. vielleicht bietet MV ja auch bei nacht ganz neue, interessante und schöne einblick?

      ride safe,
      L

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  8. Hallo, da wird für die Schönheit MV geworben! Und dann eine Nachtfahrt, na toll.
    Ich finde nur wenig Informationen zur Tour. Wie sieht es mit Verpflegung aus?
    Darf ich auch mit Liegerad teilnehmen?
    Gruß Maik

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    1. hallo maik,

      du kannst, wenn du meinst, dass du 300km auch im hellen fahren kannst, dann kannst du deine startzeit auch auf früh morgens legen. check die anmeldung.

      liegeräder sind meines wissens zugelassen - auch hier zur sicherheit den veranstalter anschreiben.

      have fun, ride safe

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