22. Dezember 2010

Fizik Antares Kium vs. Prologo Nago - mein neuer Rennrad-Sattel

Ach, herrlich, Weihnachten. Etwas mehr Geld als sonst auf dem Konto - Rennrad-Teile kaufen! Und was mich schon immer an meinem Cervélo gestört hat - der Prologo-Sattel. Nicht, dass der nicht gut wäre. Nein, nein, gut ist er. Ein feines Produkt.

Nur halt nicht authentisch.
Ein Cervélo hat Fizik zu fahren.

Gesagt - getan. Heute schraube ich mir meinen nagelneuen Antares Kium auf die Sattelstütze. Ein feines Teil. Weiß-schwarz, so muss es sein.

Es ist nicht die Carbon-Version, denn die ist nun wirklich nur für den Renneinsatz konzipiert, berät mich mein Verkäufer. Anscheinend mögen die Carbon-Klemmungen keine Satteltaschen und Ähnliches.

Also lege ich mir die Titan-Variante zu. Und diese ist mit 175 Gramm Gewicht nur unwesentlich schwerer wie ihr Rennbruder. Und dabei noch weit über 100 Gramm leichter als der Prologo.

Der ist wohl eher die Bequem-Variante für Tourenfahrer. Eigentlich genau das Richtige für mich. Aber eben nicht authentisch ...

Im direkten Vergleich der beiden Sättel fällt mir nicht nur das Gewicht, sondern auch deren Härte auf. Während der Prologo eine - und jetzt weiß ichs genau - satte Polsterung aufweist, ich meinen Daumen fast 5 mm tief in die Sitzfläche eindrücken kann, gibt die Polsterung des Fizik nicht einmal 1 mm nach.

"Normale Rennhärte" könnte man das nennen.

Dafür aber, das erfahre ich, als ich gerade eine Stunde zur Probe auf der Rolle fahre, gibt der neue Fizik spürbar flexibel im Mittelteil nach, dort, wo der Prologo steif wie ein Brett auf der Klemmung gesessen hat.

Ich fahre eine Stunde auf der freien Rolle und merke nach 40 Minuten was den wirklich großen Unterschied ausmacht: Der Fizik belohnt Rennhaltung.

Mein alter Sattel hat mich eher zum "Aufrechtfahren" gezwungen. Dadurch, dass der neue Fizik am Damm so schön flext, ist er in Untenlenkerposition sehr viel bequemer als der Prologo - und damit im Renneinsatz weniger ermüdend.

Und mal ehrlich: Das Rad sieht so viel schöner aus!

Nach einer Stunde Training kann ich natürlich noch nicht so viel sagen, aber ich denke, wenn ich weiter so fleißig Rollentraining betreibe - immerhin seit Oktober ca. 1.900 km - wird sich mein Sitzfleisch schon richtig gut mit dem neuen Antares angefreundet haben.

Aber was ich sicher sagen kann ist: Der Kauf hat sich definitiv gelohnt. Mein Cervélo R3 sieht nun noch mehr nach Cervelo aus. Nun fehlen nur noch der 3T-Vorbau und der Carbon-Lenker.

Oder, wie Harald mich fragte: "Wenn Cervélo auf Stacheldraht fährt, holst Du Dir das dann auch?"
"Klaro!", antworte ich: "Hauptsache, das Zeug ist dann aus Carbon!"


In diesem Sinne: Ein frohes Fest Euch allen.


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13. Dezember 2010

Giro d´Italia mit Tour de France-Profis: Vortrag beim ADFC Hamburg

Wie ich es geschafft habe, mit 3 Rennrad-Profis aus den Teams Caisse d´Epargne und Lampre auf Sizilien ein paar Kilometer zu fahren, was die Tour de France-Profis mir auf meinen persönlichen Giro d´Italia für Tipps mitgegeben haben?

Ihr erfahrt es am Dienstag den 14.12. ab 19:30 Uhr in der ADFC-Geschäftsstelle in der Koppel (hinter der Langen Reihe)

Wir sehen uns?

Mehr Informationen gibt es auf der ADFC-Hamburg-Website

Tja, und wer es leider nicht schafft, morgen nach Hamburg zu kommen, dem kann ich den mioGiro-Blog empfehlen. Leider gibts hier vorerst lediglich die ersten 5 Etappen nach Bella Roma zu sehen und zu lesen, aber der Rest kommt.

Versprochen!

26. November 2010

Arschcréme oder nicht? Ein Hoch auf die Gesäßcremes.

Wer hat den knackigsten Hintern? Na klar, der Rennradler!
Aber von nix kommt nix.
Wer schön sein will, muss leiden.

"Na, da hatter aber wieder mal ein Thema!", mögt Ihr denken, aber mal ehrlich - wenn mal es mal genauer betrachtet, ist das Thema Po-Schmerzen von allergrößter Bedeutung für einen Rennrad-Fahrer, oder?

Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber bei mir meldet sich spätestens nach 100 Kilometern der Hintern und beginnt mit sturer Akrebie jede noch so kleine Bodenwelle zu quittieren. Das ganze ist aushaltbar, keine Frage. Aber nach 150 Kilometern nur noch mit eisernem Willen zu ertragen.

Und mehr als 90 Minuten Rolle - wo ich nicht einmal kurz in den Erholung versprechenden Wiegetritt gehen kann - sind auch nur schwer zu ertragen.

Abhilfe kann hier eine Gesäßcreme bringen.

Will uns die Werbung glauben machen. Und da mir meine diesjährige Sommertour durch Italien 10 Etappen mit über 100 Kilometern beschert hatte, besorgte ich mir damals sogleich eines dieser Top-Produkte: Das Schweizer Fabrikat "Sportique Century Riding Creme".

Natürlich nur mit natürlichen Zutaten.
Faltenglättend.
Rechtsdrehend.

Und so, wie wir es von Eule in "Höllentour" gesehen haben, schmierte ich mir das wohlriechende Gesalbe am Morgen jeder Etappe großflächig auf das Polster meiner Rennradhose - und später auch immer abends ins Gesicht, da ich Trottel meine Nivea vergessen hatte.

Um es vorweg zu nehmen: Geschadet hat es nicht. Weder am Hintern noch im Gesicht. Das Zeug riecht gut, macht, was es machen soll - obschon es sich anfangs beim Einsteigen in die Shorts schon ein wenig klamm in der Kimme anfühlt.

Irgendwie wie Pischi-Kaka damals ...

Wie ich ohne Creme die 1.200 Kilometer durch Italien überlebt hätte, weiß ich nicht. Aber während der letzten drei Etappen in Sizilien konnte aber selbst eine zentimeterdicke Arschcreme-Schicht nicht verhindern, dass ich zuhause einen rot-glühenden Abdruck meines Prologo-Rennradsattels am Arsch hatte.

Und mich meine Freundin seitdem liebevoll "mein Pavian" nennt.

Alternativ, so lese ich nach meiner Rückkehr, sei auch ganz normales Melkfett aus dem Drogeriemarkt zu nehmen. Gesagt getan: Ich kaufe mir einen Bottich (mit Ringelblumenextrakt - soll ja gut für die Haut sein) und spachtele mir die Buxen voll, als ich beim Münsterland.Giro an den Start gehe.

Dass ich durch die Ringelblumenausdünstungen dufte wie die Insassen der Klinik, in der ich vor Jahren meinen Zivildienst abgeleistet habe, bleib nur kurz erwähnt.

Gebraucht hätte ich diese Variante von Rennrad-Arsch-Creme beim Giro jedenfalls nicht: Die Schmerzen, die ich von den permanenten Krämpfen hatte, waren in jedem Fall größer, als mein Hintern sie je hätte verursachen können.

Also was denn nun? 18 € für das Top-Produkt aus dem Rennrad-Shop oder doch schnell bei Schlecker ein Döschen geholt?

Ich sag es mal so: Wenn man nicht gerade an 200 Gramm Zusatzgewicht für Nivea sparen will und auch sonst vielleicht seiner Freundin was Gutes tun will ... dem würde ich zum Melkfett raten.


Aber egal was Ihr nehmt - es ist eh für den Arsch.

Schönes Wochenende.