Nun, das Wetter - zumindest hier im Norden - lädt seit einigen Wochen nun wirklich nicht zu sportlichen Höchstleistungen ein. Kalt. Nass. Kein Rennradwetter. Und da ich nicht die ganze Zeit über an meinem Tour de France-Blog schreiben kann, habe ich es mir mit einem schönen Radsport-Buch unter der Kuscheldecke gemütlich gemacht.
Wir lesen: "Des Radsports letzter Kaiser" vom renommierten Sport-Journalisten Klaus Blume.
Eines vorweg: Wer einen Enthüllungsroman erwarten würde (was mir zuwider gewesen wäre) oder eine epische Heldensaga, der wird enttäuscht sein. Blumes Buch ist ein sehr sachlich und so objektiv wie möglich daherkommendes Buch über die "Causa Ullrich".
Ruhig, ohne Superlative, dabei verständlich mit vielen erklärenden Anleihen garniert nimmt Blume den Leser zunächst mit in die Welt des Profi-Radsports. Erste "Aha"-Effekte: Eine abgeschlossene, bisweilen dunkle Welt, fernab jeglicher staatlicher Gesetzgebung, fast mafiös organisiert, autark mit eigenen Regeln und Gesetzen. Eine Welt, in der Jan Ullrich - ebenso wie alle anderen - zu funktionieren hatte.
Der Leser bekommt Einblicke in die DDR-Sportkaderschmieden, in der auch Jan groß geworden ist: Hier wurde sein Charakter geformt. Der "Beta-Wolf" Ullrich, wie Blume es beschreibt, definiert.
Schockierend, bisweilen aufrührend, beschreibt Blume die Zustände und Abläufe einer immer mehr ins Maßlose abdriftenden Radsportwelt der Neunzigerjahre - inklusive der kühlen, menschenverachtend anmutenden Marketingmaschinerie, mit der der Telekom-Konzern das Team zu seiner mächtigsten Werbewaffe geführt hat. Und auch hier hatte Ullrich, wie jeder andere auch, zu funktionieren.
Wiee die Medien, allen voran BILD und BUNTE, den Supermenschen aufgebaut haben, wie sich Promis und Politiker dem überforderten Rostocker anbiedernd zur Seite genommen haben, wie Ullrich stilisiert wurde zum Heilsbringer, zum Größten aller Großen - zum deutschen Miguel Indurain.
An einen instabilen Charakter, an einen Ausnahmesportler, der nie gelernt hat, für sich selbst zu sprechen, über ein Jahrtausendtalent, das an allzu großen Erwartungen an ihn, den "Radsportübermenschen" zerbrochen ist, über Werbung, Anwälte, ein verzwicktes Doping-Recht und all die geschichtlichen, tradierten (Un-)verhältnisse versucht Blume, ein wenig Luft zu lassen.
Nie beschönigend, nie mit dem Schleier verklärenden Mythos verzerrt, stets so objektiv wie es geht und immer versuchend, hinter kalten Fakten die Menschen zu erkennen, ist "Des Radsports letzter Kaiser" ein Buch, das man wegliest, wie man noch warmes Schwarzbrot mit Quark und frischem Schnittlauch isst: An einem Tag habe ich es durch.
Ich muss zugeben, es zieht mich runter.
Macht sehr nachdenklich.
Bisweilen traurig.
Und doch: Bei all der Scheiße, die Jan Ullrich zu ertragen hatte und hat, bei all den Fehlern, die Jan Ullrich gemacht hatte und macht, verliert Blume nie diesen wundervollen Aspekt, diese Faszination und die Begeisterung für einen Sport, den wir alle mit so viel Hingabe und Liebe ausüben.
Aufgewühlt und desillusioniert. Und doch versöhnlich. Schließe ich den Umschlag und stelle Ulle zu den anderen Radsportbüchern.
Ein tolles Buch.
Lesetipp!
14. März 2012
Tour de Jütland - 700 Kilometer an der Windkante
So. Nachdem Blogger den kompletten Text des ersten Tages der 8 Etappen meiner Dänemark-Rennrad-Tour gelöscht hat, ist meine Motivation, all diese wunderbar wohlgeformten Sätze wieder mühsam zu rekonstruieren, dann nach mehrmaligen Anläufen gen 0 gesunken.
Und so möchte ich Euch für den Tour-Bericht die "besten" der 100 Fotos zeigen - und noch einen Satz dazu. Fertsch.Viel Spaß trotzdem beim Rohrschach-Dänemarkbericht.

Dänemark - ich komme. Haltet Eure Pölser fest, der Cervelover hat nur 4 Etappen, um zu seiner Süßen zu kommen! Ah, Wind, Danke Petrus - leider von der falschen Seite. Von hinten musser kommen, von hinten!
Was soll man über Dänemark sagen? Südjütland ab Flensburg? Flache Hügel, schnurgerade Straßen, die Eintönigkeit einer anspruchslosen Strecke - 30 Grad für den, der keinen Schatten hat. Mehr, als das Schattenspiel auf dem Asphalt habe ich von den ersten Stunden auch nicht in Erinnerung.
Dänische Hotels - eine Mischung aus Landadel-Pomp und Siebziger-Charme. Dazu skandinavische Einrichtungen und Lichtschalter wie aus "Raumpatroullie Orion". Wenigstens sind die Dänen Rindfleisch-Gurus, gut fürs Belobigungs-Steak am Abend.
Die "Olsenbande" darf natürlich nicht fehlen. Macht auch auf Dänisch Spaß. Nebenan feiern sie lauthals Hochzeit, weiß nicht, was nerviger ist.
Eintöniger gehts nicht? Gestern war nur ein Vorgeschmack. Ab Christiansfeld wirds landwirtschaftlich. Eben wie ein Spiegel, keimendes Grün und makelloses Himmelsblau. Sonnenstich und Rennrad-Wahn inklusive.
Ach, der Wind.
Nervt immer noch. Noch immer nicht von vorn.
Gute Miene zu bösem Spiel. Ach, ich scherze nur. Bin ja zum Spaß hier. 30er Schnitte sind eh nicht drin. Dafür sorgt Meister Gegenwind und - Nein, Dänemark ist nicht flach! - der ein oder andere Hügel im Weg.
Aarhus Hotel. Direkt am Yachthafen. Manchmal sagen Bilder mehr als tausend Worte.
Aarhus Innenstadt. Beim Latte Macchiato durch die Gassen schlendern. Studentinnen haben wieder kurze Röcke - okay, jetzt ist´s Urlaub!
Erwähnte ich die Steaks? Besoners groß und saftig im Boefhuset am Hafen (und schweineteuer!). Hat ein bisschen länger gedauert, dafür ist ein "Big Beer" auch 0,75 Liter groß.
Abends ausruhen. Vorher Rad putzen. Cervélo muss ja nach was aussehen. Im TV läuft die Tour d´Romandie - und ich mache es mir bequem. So stelle ich mir einen Etappenausklang vor.

Gute Beine muss der Mensch haben. Ich habe sie. Rasiert sind sie sogar auch.
Nächste Station. Geheimtipp: Hjarbaek an einem See. Traumhaft. Das B&B von Hannah & Arne. Sehr nett, sehr freundlich. Es gibt nur ein Restaurant am Platze - aber das ist das beste in der Umgebung. Reservieren ist angesagt. Herrlich hier.
Beim Sonnen am See hole ich mir einen Brand. Komisch, dabei sieht es so kühl aus.
Nächster Tag, Etappe 4. Gegenwind bis zur Weißglut. Da hilfts auch nicht, wenn mich die dänische Tourismusbehörde mit einem Abstecher nach Frankreich belohnt.
Und auch nicht, dass Bella Italia gleich ein Ort weiter ist.
Ein letzter Berg - 2 Gels eingeworfen. Da hinten, da, gaaanz hinten, da wartet er: Ein Kuss meiner Süßen, der glühende Ofen einer Sauna und ein blubbernder Pool für meine geschundenen Glieder.
Na, wenn das mal nicht romantisch ist - In den Dünen ist gut munkeln.
Schick ists hier in Vrist - mit 15 Mann in einem Riesenhaus und allem Pipapo. Auch sonst spricht man hier Deutsch. An den Autos steht nur Pinneberg, Hamburg, Ratzeburg und Kiel.

Erbe - Beton, der langsam versinkt. Nazibunker als Wellenbrecher. 1944 haben die Teile noch hinter den Dünen gestanden. Das Meer holt sich halt alles wieder.
2 Tage Ausspannen vergehen wie im Fluge. Dann wieder los - Südkurs, gen Heimat. Rückenwind? Pustekuchen! Stetiger Gegenwind und das auf völlig offenem Gelände. Ich rege mich schon gar nicht mehr auf ...
Gottes Fingerzeig: Ein Schattenwurf vom Kondensstreifen. Da hinten, da irgendwo, da muss ich tatsächlich hin. Nörre Nebel heißt der Ort.
Angekommen ist Selbstverpflegung angesagt. Da das TV nur 2 dänische Sender hat, genieße ich die Hochzeit von Prince William und Kate Middleton zu Baked Beans und Mini-Pölser. Und kann dank schnell einsetzender Verdauung das makabre Geschehen zünftig kommentieren.
Der nächste Tag bringt mich nach Römö. Wollte da schon immer mal hin. Kampf gegen Windböen und fiese Anstiege. Esbjerg hinter mir. Bei kleinstem Gang und größtem Wind einen Katzenbuckel machen und sich über 13 km/h freuen. Deprimierend.
Der Damm hinüber nach Römö mit Rückenwind verschafft dann schon Durchschnittsgeschwindigkeiten, die ich für angemessen halte. Aber ich weiß: Morgen muss ich alles zurückzahlen!
Faszinierend, dieser Damm. 10 Kilometer nur geradeaus. Links Meer. Rechts Meer. Vorne eine zarte grüne Morgana. Fragiles Inselchen.
Das dann überraschend dicht bewaldet ist. Erinnert mich an den NVA-Flugplatz meines Vaters. Geheimnisvoll. Wohl nicht umsonst das Klassenfahrtmekka so vieler deutscher Lehrer?
Und das passiert, wenn man 21 Uhr nach einem Steak einen Kaffee zum Banana-Split bestellt.
Humor haben die Dänen ...
Und so möchte ich Euch für den Tour-Bericht die "besten" der 100 Fotos zeigen - und noch einen Satz dazu. Fertsch.Viel Spaß trotzdem beim Rohrschach-Dänemarkbericht.

Dänemark - ich komme. Haltet Eure Pölser fest, der Cervelover hat nur 4 Etappen, um zu seiner Süßen zu kommen! Ah, Wind, Danke Petrus - leider von der falschen Seite. Von hinten musser kommen, von hinten!
Was soll man über Dänemark sagen? Südjütland ab Flensburg? Flache Hügel, schnurgerade Straßen, die Eintönigkeit einer anspruchslosen Strecke - 30 Grad für den, der keinen Schatten hat. Mehr, als das Schattenspiel auf dem Asphalt habe ich von den ersten Stunden auch nicht in Erinnerung.
Dänische Hotels - eine Mischung aus Landadel-Pomp und Siebziger-Charme. Dazu skandinavische Einrichtungen und Lichtschalter wie aus "Raumpatroullie Orion". Wenigstens sind die Dänen Rindfleisch-Gurus, gut fürs Belobigungs-Steak am Abend.
Die "Olsenbande" darf natürlich nicht fehlen. Macht auch auf Dänisch Spaß. Nebenan feiern sie lauthals Hochzeit, weiß nicht, was nerviger ist.
Eintöniger gehts nicht? Gestern war nur ein Vorgeschmack. Ab Christiansfeld wirds landwirtschaftlich. Eben wie ein Spiegel, keimendes Grün und makelloses Himmelsblau. Sonnenstich und Rennrad-Wahn inklusive.
Ach, der Wind.
Nervt immer noch. Noch immer nicht von vorn.
Gute Miene zu bösem Spiel. Ach, ich scherze nur. Bin ja zum Spaß hier. 30er Schnitte sind eh nicht drin. Dafür sorgt Meister Gegenwind und - Nein, Dänemark ist nicht flach! - der ein oder andere Hügel im Weg.
Aarhus Hotel. Direkt am Yachthafen. Manchmal sagen Bilder mehr als tausend Worte.
Aarhus Innenstadt. Beim Latte Macchiato durch die Gassen schlendern. Studentinnen haben wieder kurze Röcke - okay, jetzt ist´s Urlaub!
Erwähnte ich die Steaks? Besoners groß und saftig im Boefhuset am Hafen (und schweineteuer!). Hat ein bisschen länger gedauert, dafür ist ein "Big Beer" auch 0,75 Liter groß.
Abends ausruhen. Vorher Rad putzen. Cervélo muss ja nach was aussehen. Im TV läuft die Tour d´Romandie - und ich mache es mir bequem. So stelle ich mir einen Etappenausklang vor.
"Four of them?" hatte die Shelltankenfrau zweimal gefragt. Ja, mach mir vier von den Dingern. Ein Snack zwischendurch. Muss auch sein. Es wird zunehmend bergiger. Und der Wind ... kommt noch immer von vorn.

Das könnte schon fast das Harzer Vorland sein, bilde ich mir ein, dabei kämpfe ich mich nur gerade wieder eine der vielen Rampen hinauf. Heute gehts nach Westen an die andere Küste. Aber denkste? Der Wind hat natürlich gedreht.
Und ist natürlich auch immer noch Gegenwind. C´est la vie.
Und ist natürlich auch immer noch Gegenwind. C´est la vie.
Nächste Station. Geheimtipp: Hjarbaek an einem See. Traumhaft. Das B&B von Hannah & Arne. Sehr nett, sehr freundlich. Es gibt nur ein Restaurant am Platze - aber das ist das beste in der Umgebung. Reservieren ist angesagt. Herrlich hier.
Beim Sonnen am See hole ich mir einen Brand. Komisch, dabei sieht es so kühl aus.
Nächster Tag, Etappe 4. Gegenwind bis zur Weißglut. Da hilfts auch nicht, wenn mich die dänische Tourismusbehörde mit einem Abstecher nach Frankreich belohnt.
Und auch nicht, dass Bella Italia gleich ein Ort weiter ist.
Ein letzter Berg - 2 Gels eingeworfen. Da hinten, da, gaaanz hinten, da wartet er: Ein Kuss meiner Süßen, der glühende Ofen einer Sauna und ein blubbernder Pool für meine geschundenen Glieder.
Na, wenn das mal nicht romantisch ist - In den Dünen ist gut munkeln.
Schick ists hier in Vrist - mit 15 Mann in einem Riesenhaus und allem Pipapo. Auch sonst spricht man hier Deutsch. An den Autos steht nur Pinneberg, Hamburg, Ratzeburg und Kiel.

Erbe - Beton, der langsam versinkt. Nazibunker als Wellenbrecher. 1944 haben die Teile noch hinter den Dünen gestanden. Das Meer holt sich halt alles wieder.
2 Tage Ausspannen vergehen wie im Fluge. Dann wieder los - Südkurs, gen Heimat. Rückenwind? Pustekuchen! Stetiger Gegenwind und das auf völlig offenem Gelände. Ich rege mich schon gar nicht mehr auf ...
Gottes Fingerzeig: Ein Schattenwurf vom Kondensstreifen. Da hinten, da irgendwo, da muss ich tatsächlich hin. Nörre Nebel heißt der Ort.
Angekommen ist Selbstverpflegung angesagt. Da das TV nur 2 dänische Sender hat, genieße ich die Hochzeit von Prince William und Kate Middleton zu Baked Beans und Mini-Pölser. Und kann dank schnell einsetzender Verdauung das makabre Geschehen zünftig kommentieren.
Der nächste Tag bringt mich nach Römö. Wollte da schon immer mal hin. Kampf gegen Windböen und fiese Anstiege. Esbjerg hinter mir. Bei kleinstem Gang und größtem Wind einen Katzenbuckel machen und sich über 13 km/h freuen. Deprimierend.
Der Damm hinüber nach Römö mit Rückenwind verschafft dann schon Durchschnittsgeschwindigkeiten, die ich für angemessen halte. Aber ich weiß: Morgen muss ich alles zurückzahlen!
Faszinierend, dieser Damm. 10 Kilometer nur geradeaus. Links Meer. Rechts Meer. Vorne eine zarte grüne Morgana. Fragiles Inselchen.
Das dann überraschend dicht bewaldet ist. Erinnert mich an den NVA-Flugplatz meines Vaters. Geheimnisvoll. Wohl nicht umsonst das Klassenfahrtmekka so vieler deutscher Lehrer?
Und das passiert, wenn man 21 Uhr nach einem Steak einen Kaffee zum Banana-Split bestellt.
Humor haben die Dänen ...
Heimat. Endlich. Auf dem Deich. Etappe 8 ich kämpfe mich seit Stunden an der Küste neben Sylt entlang. Irgendwann steht das letzte dänische Schild da. Dann ein deutsches Ortseingangs-Signal. Klanxbüll. Deutschland. Das Leiden an der Windkante hat ein Ende.
Ich freue mich. Komisch.
Die Schafe blöken aber deswegen auch nicht glech anders.
Dafür hupen hier wieder die Autofahrer. Home, sweet Home.
Frühlingstour zum Einrollen - 780 km in 8 Etappen. Die Tracks zum Nachfahren gibts gern auf Anfrage.
.
Ich freue mich. Komisch.
Die Schafe blöken aber deswegen auch nicht glech anders.
Dafür hupen hier wieder die Autofahrer. Home, sweet Home.
Frühlingstour zum Einrollen - 780 km in 8 Etappen. Die Tracks zum Nachfahren gibts gern auf Anfrage..
4. März 2012
Marathon-Training - die letzten Läufe. Vor dem großen Run.
Mit diesem mal werde ich noch 2 mal Gelegenheit haben, mich auf meinen ersten Marathon vorzubereiten. In genau drei Wochen steht der Barcelona-Marathon an und dann wird es ernst.
Und wie herrlich: Petrus segnet an diesem Samstag unser schönes Hamburg mit Kaiserwetter.
Ich komme von meinem (bisschen mehr als) 3-Stunden-Ritt zurück, glücklich, ausgepowert und zufrieden. Wie eigentlich an fast jedem Wochenende seit 4 Monaten. Ich beende meinen dritten 3Quarterthon (Dreiviertel der Marathondistanz) und beschaue mir die Werte.
Nicht übel: Wieder mit 3:03 Stunden eine 6:30er-Pace, mit der ich sehr gut leben kann. Vorher beschaue ich mir vor allem meine Mitstreiterinnen - ohne dass das jetzt chauvinistisch rüberkommen soll - aber mein lieber Scholli, das ist der wunderbare Bonus dieses Sportes.
Wohl geformte, durchtrainierte Damenpopos allenthalben. Da lasse ich mich doch gern überholen. Diese Ausblicke und die neue Doppel-CD von Dave Seaman in meinen Ohren motivieren umso mehr.
Und Motivation brauche ich, denn ich laufe eher ungern: Für mich ist der Marathon nur ein Winter-Intermezzo und Wintertrainung unter Umgehung des Langweiligen Indoor-Rollentrainings auf dem Rennrad.
Nachdem ich im Winter 10 Wochen lang an jedem Wochenende einen Halbmarathon gelaufen und vor 3 Wochen auf die Dreivierteldistanz geswitched habe, fühle ich mich nun ganz gut vorbereitet. Das Training scheint zu fruchten: Frühlingsgefühle und milde Temperaturen tun ihr übriges.
Auch wenn die Ausblicke noch so verlockend sind: Wieder richtig bewusst werden mir die Strapazen meines Marathon-Abenteuers , wenn ich mir meine Problemstellen besehe.
Das rechte Knie scheint eine Schwachstelle zu sein, obschon es heute weniger muckert, als noch vor 2 Wochen. Beim letzten 28 km-Lauf hat es arge Probleme bereitet. Meine Strecke beinhaltet auf dem Weg an die Außenalster 7 Ampeln. Nicht immer sind die auf Grün: Dann hier anzuhalten, vor allem auf dem Rückweg, bereitet Höllenschmerzen.
Also: Nicht mehr anhalten!
Auch deshalb setze ich nun auch zwei Wochen Pause an, bevor ich wieder den nächsten 3Quarterthon angehe. Das Wochenende in der Mitte will ich zum Rennradfahren nutzen.
Der Switch auf die lange Distanz vor 3 Wochen brachte noch einen weiteren Trainingseffekt: Da ich nun 3 Runden um die Außenalster laufen muss, laufe ich diese am Stück. Ohne anzuhalten, ohne Ampeln: 3 mal Außenalster, das ist ein Halbmarathon.
Den laufe ich also schonmal durch.
Die erste Alsterrunde ist kein Probem. Ich finde, auch Dank der Musik, schnell den richtigen Laufrhythmus. Ich genieße die Aussichten. Beschaue mir die Leute - werde beschaut. Atme gut, durch die Nase ein, durch den Mund wieder nach draußen.
Die zweite Alsterrund macht bis zur Hälfte - Brücke Fernsicht - Spaß, dann beginnen die ersten Zipperlein. Mit einem Powergel motiviere ich vor allem meinen Kopf. Es ist die Einstellung, die einen den Marathon meistern lässt.
Die dritte Runde ist Zahnfleisch. Vor allem der Weg zurück zur Kennedybrücke ist, wenn der Gegenwind hart bläst, sehr hart. Auch hier muss ich mich, Fernsicht erreichend, mit dem zweiten Powergel motivieren. Schicke meine Gedanken auf Reise, weit weg aus diesem schmerzenden körper, weg an einen anderen Ort. Hauptsache dorthin, wo es nicht weh tut.
"Gesund st das nicht!", denke ich mir.
Aber dann baue ich mich wieder auf.
Tja. Und so liege ich heute nach weiteren 27,5 Kilometern und knapp 3 Stunden (diesmal ohne Knieschmerzen) in der heißen Wanne, bin stolz auf mich und freue mich, dass meine Leistungen konstant sind, ich immer sicherer werde und vor allem, ich gelernt habe, wie ich die Zeit beim Laufen totschlagen, mich beschäftigen und mich immer wieder erfolgreich motivieren kann.
Barcelona kann kommen.
Obwohl: So richtig klar ist mir das alles noch nicht.
Muss es aber vielleicht auch gar nicht.
In 2 Wochen werde ich es wissen.
Augen zu.
Und durch!
Hier geht es zum Garmin-Track.
Und wie herrlich: Petrus segnet an diesem Samstag unser schönes Hamburg mit Kaiserwetter.
Ich komme von meinem (bisschen mehr als) 3-Stunden-Ritt zurück, glücklich, ausgepowert und zufrieden. Wie eigentlich an fast jedem Wochenende seit 4 Monaten. Ich beende meinen dritten 3Quarterthon (Dreiviertel der Marathondistanz) und beschaue mir die Werte.
Nicht übel: Wieder mit 3:03 Stunden eine 6:30er-Pace, mit der ich sehr gut leben kann. Vorher beschaue ich mir vor allem meine Mitstreiterinnen - ohne dass das jetzt chauvinistisch rüberkommen soll - aber mein lieber Scholli, das ist der wunderbare Bonus dieses Sportes.
Wohl geformte, durchtrainierte Damenpopos allenthalben. Da lasse ich mich doch gern überholen. Diese Ausblicke und die neue Doppel-CD von Dave Seaman in meinen Ohren motivieren umso mehr.
Und Motivation brauche ich, denn ich laufe eher ungern: Für mich ist der Marathon nur ein Winter-Intermezzo und Wintertrainung unter Umgehung des Langweiligen Indoor-Rollentrainings auf dem Rennrad.
Nachdem ich im Winter 10 Wochen lang an jedem Wochenende einen Halbmarathon gelaufen und vor 3 Wochen auf die Dreivierteldistanz geswitched habe, fühle ich mich nun ganz gut vorbereitet. Das Training scheint zu fruchten: Frühlingsgefühle und milde Temperaturen tun ihr übriges.
Auch wenn die Ausblicke noch so verlockend sind: Wieder richtig bewusst werden mir die Strapazen meines Marathon-Abenteuers , wenn ich mir meine Problemstellen besehe.
Das rechte Knie scheint eine Schwachstelle zu sein, obschon es heute weniger muckert, als noch vor 2 Wochen. Beim letzten 28 km-Lauf hat es arge Probleme bereitet. Meine Strecke beinhaltet auf dem Weg an die Außenalster 7 Ampeln. Nicht immer sind die auf Grün: Dann hier anzuhalten, vor allem auf dem Rückweg, bereitet Höllenschmerzen.
Also: Nicht mehr anhalten!
Auch deshalb setze ich nun auch zwei Wochen Pause an, bevor ich wieder den nächsten 3Quarterthon angehe. Das Wochenende in der Mitte will ich zum Rennradfahren nutzen.
Der Switch auf die lange Distanz vor 3 Wochen brachte noch einen weiteren Trainingseffekt: Da ich nun 3 Runden um die Außenalster laufen muss, laufe ich diese am Stück. Ohne anzuhalten, ohne Ampeln: 3 mal Außenalster, das ist ein Halbmarathon.
Den laufe ich also schonmal durch.
Die erste Alsterrunde ist kein Probem. Ich finde, auch Dank der Musik, schnell den richtigen Laufrhythmus. Ich genieße die Aussichten. Beschaue mir die Leute - werde beschaut. Atme gut, durch die Nase ein, durch den Mund wieder nach draußen.
Die zweite Alsterrund macht bis zur Hälfte - Brücke Fernsicht - Spaß, dann beginnen die ersten Zipperlein. Mit einem Powergel motiviere ich vor allem meinen Kopf. Es ist die Einstellung, die einen den Marathon meistern lässt.
Die dritte Runde ist Zahnfleisch. Vor allem der Weg zurück zur Kennedybrücke ist, wenn der Gegenwind hart bläst, sehr hart. Auch hier muss ich mich, Fernsicht erreichend, mit dem zweiten Powergel motivieren. Schicke meine Gedanken auf Reise, weit weg aus diesem schmerzenden körper, weg an einen anderen Ort. Hauptsache dorthin, wo es nicht weh tut.
"Gesund st das nicht!", denke ich mir.
Aber dann baue ich mich wieder auf.
Tja. Und so liege ich heute nach weiteren 27,5 Kilometern und knapp 3 Stunden (diesmal ohne Knieschmerzen) in der heißen Wanne, bin stolz auf mich und freue mich, dass meine Leistungen konstant sind, ich immer sicherer werde und vor allem, ich gelernt habe, wie ich die Zeit beim Laufen totschlagen, mich beschäftigen und mich immer wieder erfolgreich motivieren kann.
Barcelona kann kommen.
Obwohl: So richtig klar ist mir das alles noch nicht.
Muss es aber vielleicht auch gar nicht.
In 2 Wochen werde ich es wissen.
Augen zu.
Und durch!
Hier geht es zum Garmin-Track.
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